Druckschrift 
Kirchengeschichte
Entstehung
Seite
179
Einzelbild herunterladen
 

Kvmmodus. Jahr Christus 1ZL. C'leutherus. 17U

des Bekenntnisses nicht trägt, sondern mit einer großen Summe Geldesaus den Banden sich frei gemacht hat, statt deßhalb demüthig zu seyn,es geioagt, sich als Märtyrer zu rühmen nnd, den Apostel sl) nach-ahmend, eine Art von katholischen Brief zu verfassen, um Leute, dieweiter in ihrem Glauben sind, als er, zu belehren, seine nichtigen undeiteln Lehren zu vertheidigen und den Herrn, 5>ie Apostel und die heiligeKirche zu schmähen." Sodann spricht er noch von Andern, die zu seinerZeit bei den Montanisten als Märtyrer geehrt waren, also:Um nichtvon mehreren Andern zu reden, so gebe uns eureProphetine nur 'Aufschluß..über Alexander, der sich selbst einen Märtyrer nennt, in dessen Gesellschaftsie schmaust, und der sogar von Vielen angebetet wird, von dessen Näube-reien aber und übrigen Frevelthaten, um derenthalbeu er zur Strafe gezogenworden, wir nichts zu sagen brauchen, da die Akten sie enthalten. Wervergibt nun hier dem andern seine Sünde:, t Ist eS die Prophetin, welchedem Märtyrer seine Räubereien, oder der Märtyrer, welcher der Prophe-tin ihren Geiz vergibt l Der Herr hat gesagt, ihr sollt nicht Gold, nochSilber, noch zwei Kleider besitzen. Vou diesem allen aber thnn diese ge-rade das Gegenlheil und versündigen sich durch den Erwerb dieser verbv-tenen Dinge. Denn wir werden zeigen, daß diejenigen, welche bei ihnenPropheten und Märtyrer heißen, nicht bloß von Neichen, sondern auch.von Bettlern > Waisen nnd Wittwen sich Geld zusammenmachen, bindwenn sie in dieser Hinsicht ein gutes Gewissen haben, so mögen sie kommenund sich hierüber verantworten, damit, wenn sie überwiesen werden, sievielleicht doch künftighin zu sündigen aushören. Denn man muß dieFrüchte des Propheten prüfen, weil der Baum ans seinen Früchten erkanntwird. Um indessen diejenigen, welche es zu wissen verlangen, nicht inUngewißheit über Alexaudern zu lassen, so bemerke ich, daß er von demProkonsul Aemilius Frvntinus in Ephesus zur Verantwortung gezogenworden ist, allein nicht um des Namens Christi willen, sondern wegenHer Nänbereien, die er unternommen hatte, da er schon ein Abtrünnigerwar. Da log er aber, es sey dieß um deö Namens Christi willen geschehen,wußte dadurch die dortigen Gläubigen zn hintergehen und wurde somitfreigelassen. Jndeß seine eigene Gemeinde, aus welcher er war, nahmihn nicht auf, weil er ein Ränder war. Wer seine Begebenheiten zu wissenwünscht, dem steht das öffentliche Archiv von Asien offen, von dem freilichdie Propheten nicht wissen, daß es viele Jahre mit ihm zu schaffen gehabthat. (2) Während wir aber ihn entlarven, enthüllen wir damit zugleichden ganzen Charakter und Geist der Propheten. Ein Gleiches können wirvon vielen Andern zeigen. Haben sie ein gutes Gewissen, so mögen sie

(t) Hierunter ist wahrscheinlich Johannes zu verstehen, auf welchen die Montanistensehr viel hielten.

(2) Dieser Satz ist nach Heinichens Konjektur oi «uro omrcw

unXXcu? irecri,, «xnostoar) übersetzt, nach welcher es auch im folgenden Satze statc uaoPyr« rcän heißt

12«