178 Komm od US. Jabr Christus 186. Cleutkerus.Philosophie, zu welcher er sich bekannte, an die weltlichen Machthaber ge-schrieben. (1)
Achtzehntes Hanptstück.
Wie auch Apollonius die Äatavhrvgcr widerlegt und was er sonst berichtet.
Wider die sogenannte kataphrygische Sekte, welche auch zu seiner Zeitblühte, schrieb auch Apsllouius, ein jtirchenschriftsteller, eine Widerlegung,worin er ihre vorgeblichen Weissagungen Wort für Wort als falsch erweistund den Lebenswandel der Häupter dieser Sekte nach seiner Beschaffenheitans Licht bringt. Man höre seine eigenen Worte über Montannö. Sielauten also: ..Jndeß, wer dieser neue Lehrer ist, beweisen seine Werke..und seine Lehre. Er ist es, welcher die Trennung der Ehen gelehrt(2)„.und Fastengesetze vorgeschrieben,(Z) welcher Pepnza und Tinnum (zwei„kleiue Städte in Phrygien) Jerusalem genannt und von überall her Leute,.daselbst versammeln gewollt, er ist es, welcher Geldeintreiber aufgestellt„hat, welcher unter dein Namen von Beiträgen listigerweise Geschenke zu„bekommen sucht und denen, die seine Lehre predigen, Besoldungen gibt,„um durch Schlemmerei die Lehre des Worts zu befestigen." Tsiesi schreibtvon Mvntanus Apollonias. Etwas weiter unten äußert er sich über dessenProphetinnen also: „.Wir haben also gezeigt, daß diese eisten Prophetinnen„ihre Männer verlassen haben, sobald sie vom Geiste erfüllt wurden. Wie„konnten sie denn so unwahr reden , die Priska eine Jungfrau zu nen-„nen?" Sodann fährt er weiter fort: „Du glaubst doch, daß die ganze„Schrift verbietet, daß ein Prophet Geschenke und Geld annehme? Wenn„ich nun sehe, wie die Prophetin Gold und Silber und kostbare Kleider an-nimmt, wie sollte ich sie nicht verwerfen?" Hierauf sagt er etwas weiter»hin von einem gewissen Bekenner unter ihnen Folgendes: „Noch hat aber„auch Themison, der sich dem Geiz ganz ergeben hat und das Zeichen
(11 Mehrere Acltcrc und Neuere verstehen darunter die Kaiser Markus Antoninus undLucius Berus, Du Walois will aber darunter die Statthalter der Provinzen verstandenwissen, weil damals nur Ein Kaiser, nämlich Kommodus, gewesen sey.
(2) Montanus legte sehr großen Werth auf die Ehelosigkeit und verbot die zweite Ehe,als eine Sünde, deren Begehung Ausstoßung aus der Gemeinschaft zur Folge harte.
lü) Da die Christen, welche nur Ein allgemeines jährliches, von ihnen zum Andenkendes Todes Jesu begangenes Fasten hatten, der Meinung des Montanus nach weder oft,noch zum Thcil strenge genug fasteten, so führte Montanus noch zwei andere Fasten ein,wovon das eine nach Pfingsten gehalten werden sollte, die Zeit des andern aber ungewißist. Aber er unterschied sich auch darin von den übrigen Christen, daß er zwar, wie sie,von- der dritten Itachmittagsstur.de des Freitags vor dem Auftrstchungsfeste Jesu an biszum Aufgange der Sonne an diesem Feste gar nichts aß; in den beiden Fasten hingegen,die er selbst stiftete, nur trockener Speisen und Wassers sich bediente, vom Fleisch aber,von Wein und selbst von saftigen Früchten sich gänzlich enthielt- Bei den wöchentlichenFasten der Christen am Mittwoch und am Freitag (zum Andenken der Gcfangcnuehmungund Kreuzigung Christi) traf Montanus ebenfalls eine Aendcrung. Anstatt daß sie dasganze Jahr hindurch, die 50 Tage zwischen Ostern und Pfingsten ausgenommen, in derneunten Stunde des Tages, oder, nach unserer Art zu rechnen, in einer von den spätemStunden des Nachmittags zu Ende gingen, verlängerte er sie bis zum Untergangder Sonne.