Kommodns. Jahr Christus !8g. Cleutherus. 475..der Kirche, »och Zugang zu ihr erhielt. Denn da die Gläubigen in Wen„oft und an mehreren Orten Asiens deßhalb zusammengekommen waren„und die neuen Lehrsätze geprüft, sie als gottlos erwiesen und die Ketzerei„verworfen hatten, so wurden jene unter diesen Umständen aus der Kirche„gestoßen und von der Gemeinschaft ausgeschlossen." Nachdem er diesesin seinem ersten Buche erzählt und das ganze Buch hindurch die Widerle-gung ihres Irrthums hinzugefügt hat, meldet er im zweiten Buche überdas Ende der vorgedachten Personen Folgendes: „Da sie nun uns Pro-„phetenmördcr nannten, weil wir ihre geschwätzigen Propheten, von denen„sie sagen, sie seyen es, welche der Herr dem Volke zu schicken versprochen„habe, nicht annehmen wollten, so mögen sie uns doch um GotteSwillen die„Frage beautwortcu: Ist wohl, ihr guten Leute, irgend einer von denen,„welche seit dem Mvntanus und seinen Weibspersonen angefangen haben„zu redeu, von den Juden verfolgt oder von den Gottlosen getvdtet worden?„Keiner. Oder ist wohl einer von ihnen um des Namens Christi willen„gegriffen und gekreuzigt worden? Keiner. Oder ist wohl je eine von den„Weibspersonen in den Synagogen der Juden gegeißelt oder gesteinigt„worden? An keinem Orte und zu keiner Zeit. Dagegen sollen Montanus„und Maximilla eines ganz andern Todes gestorben seyn. Sie haben nämlich„beide, wie das Gerücht allgemein sagt, getrieben von dem bethörenden„Geiste, sich selbst erheukt, zwar nicht zugleich, sondern jeder zu der ihm„bestimmten Zeit des Todes und haben also geendet und ihr Leben, gleich„Judas, dem Verräther, ausgehaucht. Auf gleiche Weise behauptet die„allgemeine Sage, daß jener bewunderungswürdige Theodotus, der gleich-„sam der erste Pfleger der nach ihnen genannten Prophetie war, einst in„eine falsche Entzückung gcrathen sey und sich dem Geiste der Verführung„anvertraut haben, als wenn er sollte aufgehoben und in den Himmel auf-genommen werden; allein er sey von ihm fortgeschleudert worden und eleu»„digtich umgekommen. Dieß soll sich denn also so zugetragen haben. Jn-„deß, da wir es nicht selbst gesehen haben, so glauben wir es auch nicht„mit Gewißheit zu wissen. Denn vielleicht haben Montanus, ThevdotuS„und Marimilla auf diese Weise geendet, vielleicht aber auch nicht." Fer-ner sagt er in demselben Buche, daß die damaligen heiligen Bischöfe esversucht hätten, den Geist in Marimilla zu widerlegen, allein sie seyenvon andern, die dem Geiste beistanden, daran verhindert worden. Seine Wortesind folgende: „Der Geist sage nicht (die Stelle ist in demselben Buche des„Asterius Urbanus enthalten) (1) durch die Marimilla. Ich werde weggejagt,
(t) Valcsius hält diese Worte für eine Randglosse entweder des Eusebius selbst odereines Abschreibers und schließt daraus, daß Astcrius Urbanus der Verfasser dieses Stückesstt). Allein die Art des Eusebius, aus andern Schriftstellern anzuführen, ist bekannt. Erbringt aus dem Zusammenhange das nicht allemal bei, woraus die angeführte Stelle ver-standen werden muß und laßt auch das nicht aus, was nicht, ohne das Borhergangcne gelesenzu haben, verstanden werden kann. Mir ist es also wahrscheinlich, daß der ungenannteVerfasser dieser Widerlegung der Montanisten im Vorhergehenden etwas aus einem Buchedieses Asterius Urbanus (der aller Wahrscheinlichkeit nach ein Montanist gewesen) angeführtund nun weiter fortfährt und sich auf das Vorhergehende bezieht. Stroth.