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Kirchengeschichte
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172
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172 Kvtnmobus. Jahr ChristnS 186. Cleutherus.

Wahrheit rede, wenn er sage, daß er nicht wisse, wie ein einziger Gott»ohne Anfang sey, daß er es aber glaube. Da lachte ich und tadelte ihn,daß er sich für einen Lehrer ausgebe, ohne daß er seine Behauptungenzu beweisen vermöge.' In derselben Schrift, welche er dem Kallistion zu-eignete, sagt Nhodon, daß er zu Rom ein Schaler des Tatianus gewesensey. Er berichtet auch darin, Tatianus habe ein Buch, Aufgaben betitelt,verfaßt, worin er die dunkeln und schweren Stellen der heiligen Schrift zuerklären versprochen habe. Nhodon verspricht nun selbst, in einer eigenenSchrift die Losungen der Aufgaben des Tatianus zu geben. Es sind auchnoch von ihm Erklärungen über die Schöpfungsgeschichte vorhanden. Da-gegen hat gedachter Apelles sich tausendfach gegen das Gesetz Mosis oer-sündigt, in mehreren Schriften das Wort Gottes gelästert und sich nichtgeringe Mühe gegeben, dasselbe, wie er glaubte, zu widerlegen und ganzumzustoßen. So weit von diesen.

Vierzehntes Haupt /Nick.

Von den falschen Propheten der Kataphrpgicr.

Der alles Gute aufs tiefste hassende und das Böse vorzüglich liebendeFeind der Kirche Gottes, der niemalen eine Gelegenheit zu Nachstellungengegen die Menschen vorbeigehen läßt, bewirkte abermals, daß neue Ketze-reien gegen die Kirche aufsproßten. Die Anhänger der einen krochen inAsien und Phrygien gleich giftigen Schlangen umher, und gaben in hohenWorten den Mon'tanus für den Tröster (Paraklet) (k) und die Agnilaund Prstcilla, seine beiden Begleiterinnen, für seine Prophetinnen ans.

Fünfzehntes Sauptftück.

Vo» der durch Blasius zu Nom vcranlaßtcn Spaltung.

Die andern aber erhoben sich zu Rom an ihrer Spitze Florinns, einehemaliger seines Amtes entsetzter Presbyter und Blasius, (2) der in

(1) Dicß ist nicht ganz richtig, Montanus behauptete vielmehr nur, daß er vomTröster (Paraklet) Offenbarungen empfange und zwar die vollkommensten, damit Alles,was in der Kirche noch mangle, durch seine Offenbarung vollendet würde. Denn Christusund stinc Apostel hätten bei der Schwachheit ihrer Zeitgenossen noch vieles zugelassen, waSbei einer vollkommenen Religionsverfassung nicht fehlen dürfe. Mit ihm beginne das Man-nesaltcr des Menschengeschlechts oder die 4tc Periode desselben (er nahm nämlich in der re-ligiöse» Erziehung desselben 4 Perioden an, das Wiegenalter, das Kindcsaltcr, das Knaben-alter und das Mannesaltcr). Montanus stellte daher um dicß beiläufig zu sagen, daEusebius dieß nicht berührt sehr strenge Grundsätze in Betreff der äußern Zucht auf,schrieb öfteres und härteres Fasten vor, verbot die zweite Ehe, den Soldatenstand und denEid, lehrte weltliche Lebensarten, heidnische Philosophie und Gelehrsamkeit verachten, gebotalle Gemeinschaft mit Götzendienst zu vermeiden. Dieser, so wie Mord und Unzucht, schlief-st» für immer von der Kirche aus u. a. dergl. Was seinen Charakter betrifft, so gehtaus Allem hervor, daß er ein sehr trübsinniger, jedoch gutherziger Mann war, der nebeneinem schwachen Verstände eine sehr erhitzte Einbildungskraft besaß. Boshafter Betrüger,wozu ihn Einige stempeln wollen, war er gewiß nicht, wohl aber ein Schwärmer, der zu-erst sich selbst und sodann Andere durch die Vorspiegelungen seiner Phantasie täuschte.

(2) Sie werden unten Hauptst. 20. noch einmal erwähnt.