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Kirchengeschichte
Entstehung
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169
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Kommodus. Jahr Christus 181. Cleutherus. 169Theologie befinden soll. Unter diesen glänzte damals vorzüglich der er-wähnte PantänuS, der sich in der philosophischen Schule der sogenanntenStoiker gebildet hatte und einen so seurigen Eifer für das gottliche Wortbewies, daß er als Verkündiger des Evangeliums Christi die Volker desOstens besuchte und bis nach Indien (1) kam. Denn es gab damalsnoch mehrere Evangelisten, welche von einem gottlichen Eifer, die Apostelnachzuahmen, beseelt, das Ihrige zum Wachsthum und zum Bau desgöttlichen Worts beizutragen suchten. Von diesen soll nun Pantänns einergewesen und bis nach Indien gekommen seyn. Er fand daselbst bei einigen,welche Christum kannten, das Evangelium Matthen, das schon vor seinerAnkunft in diese Gegenden gebracht worden war. Diesen soll Bartholo-mäus, einer der Apostel, gepredigt und das Evangelium Matthen, mithebräischen Buchstaben geschrieben, hinterlassen haben, welches denn auchbis auf den erwähnten Zeitpunkt sich daselbst erhielt. Dieser Pantännsnun stand nach vielen rühmlichen Verrichtungen der Schule von Alexandriavor und erklärte thcils mündlich theils durch Schriften die Schätze dergöttlichen Lehren.

Eilftes Hauptftück.

Von Klemens von Alcrandricn.

Damals war auch zu Alexandrien Klemens berühmt, ein Namensvcr-wandter des alten römischen Bischofs und Schülers der Apostel, welchersich gleich Pantänns viel mit der heiligen Schrift beschäftigte. DieserKlemens gedenkt in seinen Entwürfen namentlich des Pantänns als seinesLehrers, so wie er auch ihn im ersten Buche seinerVermischten Ab-handlungen" in der Stelle, wo er von den vorzüglichsten Nachfolgern derApostel, mit denen er bekannt geworden, spricht, anzudeuten scheint. SeineWorte daselbst sind folgende:Dieses Werk ist kein Buch zum Schauge-pränge künstlich ausgearbeitet, sondern ich speichere es mir vielmehr als einGedenkbuch, als ein Mittel gegen die Vergeßlichkeit für mein höheres Alterauf. Es soll ein treues Bild und Gemälde jener klaren und geistreichenLehren, und jeuer seligen und wahrhaft verchruugswürdigen Männer seyn,welche zu hören ich gewürdigt worden bin. Einer von diesen, Jouicus,war in Griechenland, der andere in Großgriecheuland, (2) jeuer aus Cöle«syrien,(?) dieser aus Aegypten gebürtig. Andere befanden sich im Orient,

(t) Da der Name Indien bei den Alten sehr schwankend Aethiopien und Arabienwerden zuweilen auch so genannt gebraucht wird, so läßt sich nicht bestimmen, obPantänns in das eigentliche Ostindien oder nach Arabien und Acthiopicn gekommen ist.War unsere Stelle Veranlassung zu der Annahme mehrerer älterer Kirchengeschichlschreibcrlz. B.Siufin. h. c. tu, 9. Socret, 1, 19) Matthäus habe in Aethiopien das Evangeliumgepredigt, so verstanden hier die Alten unter Indien Aethiopien.

(2> So hieß der untere Theil von Italien, weil er voll griechischer Kolonien war.

(3) Eine zwischen dem Libanus und Antilibanus liegende Landschaft Syriens.