M. Auveli 'us. Jahr Christus 179. ElcuthcruS.
„er eS mit allen Büchern. Wie sie nun bei Pkolemäus zusammenkamen„und ihre Uebersetznnzen untereinander verglichen, so wurde Gott verherr-licht und die Bücher als wirklich göttliche befunden. Denn alle hatten„dasselbe mit denselben Worten und Ausdrücken von Anfang bis zu Ende„gegeben, so daß auch die anwesenden Heiden erkannten, daß die Bücher„unter der Eingebung Gottes übersetzt worden seyen. (1) Und man darf sich„darüber gar nicht verwundern, daß Gott dieß bewirkt hat. Denn als.während der Gefangenschaft des Volks zu den Zeiten Nabuchodonosors„die heiligen Schriften verloren gegangen und die Juden erst nach 70 Jäh-eren in ihr Vaterland zurückgekehrt waren, so gab in der Folge zu den Zei-len des persischen Königs Artaperres Gott dem Priester Esdra aus dem„Stamme Levi ein, daß er alle Schriften der frühern Propheten wieder„aufsetzte und dem Volke die Gesetzgebung Mösts wieder herstellte." (2)So weit Irenaus.
Neuntes Hauptstück.
Was für Bischöfe unter Kommodus gewesen.
Nachdem AntoninuS 19 Jahre regiert hatte, so bestieg KommoduS denKaiserthron. In seinem ersten Jahre überkam Julianus das Bisthumbei der Gemeinde zu Alexandrien, welches vor ihm Agrippinus ganzer12 Jahre inne gehabt hatte.
Jehntes Hanptstück.
Von dem Philosophen Pcintänns.
Damals stand der dortigen Schule der Gläubigen (?) ein seiner Ge-lehrsamkeitwegen sehr berühmter Mann, Namens Pantänus, vor. Esbestand nämlich zu Alexandrien schon von alten Zeiten her eine Schule derTheologie, welche sich bis jetzt erhalten hat und wo sich, wie wir wissen , einZusammenfluß von geschickten Männern in der Beredsamkeit und in der
(1) Daß diese Erzählung von dem Ursprung der griechischen Uebersetzung der heiligenSchrift, und die verschiedenen Modifikationen derselben, wie sie sich bei Epiphanias undAnderen finden, bloß der Sage angehören, bedarf wohl keines Beweises. Kaum mag sieeiniges Wahre enthalten über die Veranlassung und Zeit dieser Uebersetzung; aber derHauptpunkt, daß palästinesischc Gelehrte ihre Urheber seyn sollen, wird durch den Charakterder Uebersetzung selbst, der bestimmt auf ägyptische Juden hinweist, widerlegt.
(2l Eine im Alterthum eben so weit verbreitete und geglaubte Sage, wie die vonden 70 Dollmetschern.
(3) Eusebius meint hier die sogenannte katcchetische Schule. Wer ihr eigentlicherStifter gewesen , ist unbekannt, wiewohl Philippus Sudetes den Athenagoras als solchennennt. Sie^biidete sich mit der Zeit wohl von selbst. Jndeß darf man nicht glauben, alssey es eine Schule nur für solche gewesen, denen man erst in den Anfangsgründen desEhristcnthums Unterricht zu geben hatte, sondern es war auch eine Pflanzschule für Lehrerund Prediger, eine Art philosophisch-theologischen Seminars, übrigens nicht für die ganzeChristenheit, sondern nur für Alexandrien und die Nachbarschaft.