M. Äurellu-Z. Jahr Christus 179. Elcuthcrus. N>7
„Demi wenn sein Name zu jetziger Zeit hätte öffentlich bekannt gemacht.werdensallen, so würde «6 van dem mahl geschehen seyn, der anch die„Offenbarung geschaut hat. Diese ist vor noch nicht gar langer Zeit, son„dern beinahe noch in nnsern Tagen geschant worden, nämlich gegen dat.„Ende der Regierung des DomitianuS.« Dieß erzählt Jrenäns von derOffenbarung. Derselbe erwähnt auch des ersten Briefes des Johannes unoführt viele Zeugnisse daraus an; desgleichen gedenkt er des ersten Briest sdes Petrus. Das Buch „Der Hirte" kennt er nicht bloß, smidern lvbr esauch, wenn er sagt: „Sehr schon sagt die Schrift: Vor allem glaube, daß„ein einziger Gott ist, welcher Alles geschaffen hat u. s. w." Er bedienesich anch einiger Ausdrücke ans der Weisheit Salomv's,(1) indem er dieWorte: „Das Sehen Gottes macht Unsterblichkeit, Unsterblichkeit aber„macht, daß man nahe bei Gott ist,« beinahe wörtlich ihr entnimmt. Ueber-dieß führt er denkwürdige Reden eines apostolischen Presbyters an, alleinohne dessen Namen zu nennen, und theilt dessen Erklärungen von Stellender heiligen Schrift mit. Ferner erwähnt er Instinns des Märtyrers unddes Ignatius und braucht ebenfalls Zeugnisse ans ihren Schriften. Erverspricht anch, den Marcivn aus seinen eigenen Schriften in einer besonder»Abhandlung zu widerlegen. Von der Uebersetzuug der heiligen Schriftdurch die siebenzig Dolmetscher schreibt er wörtlich Folgendes: „Gott ist„also Mensch geworden und der Herr selbst hat uns erlöst, indem er uns„das Zeichen der Jungfrau gegeben hat; aber nicht, wie einige von denen„sagen, welche jetzt die Schrift zu übersetzen sich unterfangen: Siehe, ein„junges Weib wird schwanger seyn und einen Sohn gebären, wie Theo-„dotion von Ephcsus und Aqnila ans Pontns, beide jüdische Proselyteu,(2)„welche übersetzen, denen die Ebioniten folgen und behaupten, Joseph sey„der Vater von Jesus gewesen." Etwas weiterhin fährt sodann Irenaus„so fort: „Während die Maeedonier noch über Asten herrschten, bevor noch„die römische Herrschaft ihre volle Stärke erlangt hatte, wünschte Ptolemans,„der Sohn des Lagns, die von ihm angelegte Bibliothek in Alexandrien„mit den werthvollen Büchern aller Nationen zu schmücken. Er äußerte„daher gegen die Jernsalemer den Wunsch, ihre Bücher in das Griechische„übersetzt zu besitzen. Diese, weil sie damals noch den Macedoniern unter-„than waren, schickten die in der Schrift und in beiden Sprachen erfahren-„sten 70 Aeltesten an Ptolemans, um seinem Wunsche zu genügen. Da„Ptolcmäus jeden besonders ans die Probe stellten wollte, weil er befürchtete,„sie möchten nach einer Verabredung die in der Schrift enthaltene„Wahrheit durch die Uebersetzuug verbergen, so sonderte er sie von einander„ab und befahl allen, eine und dieselbe Schrift zu übersetzen und so machte
(t) Hier ist wirklich das apokryphische Bach „Die Weisheit" gemeint, allein häufigwerden von den Aelter» unter der Benennung „die Weisheit Salomos" der SprlichwörterSalomos verstanden. Die Stelle, auf welche Irenaus anspielt, findet sich Weisheit 6, lS.
(2) Sie sollen vorher Christen gewesen seyn. Beide verfertigten eine Uebersetzuugdes alten Testaments in das Griechische, wovon jedoch nur einzelne Bruchstücke, vonTheodotien aber auch noch die vollständige Nebersctzung Daniels, vorhanden sind.