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Kirchengeschichte
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162
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!62 M. ?IurelinS. Jahr Christus 178. Vleutherus.ktniikr, stier anzuführen, dürfte nicht uvthig seyn. Denn wer Lust dazustat, kau» hievvu leicht eine vollständige Nachricht bekommen, wenn er den?iufiaü zur Hand nimmt, welchen ich, wie oben bemerkt, meiner Samm-lung der Märtyrergeschichten einverleibt habe. So weit von den Begeben»steilen unter der Negierung deS Antoninus. (1)

n ft es Hauptkü ck.

Wik Gott das Gebet der Nnsrigcn erhört und dein Kaiser Markus Aurcliusvom Himmel herab Ziege» gesandt. (2)

Man erzählt, daß der Bruder dieses Kaisers, MarkuS AnreliuS, imBegriff, den Germanen und Sarmaten eine Schlacht zu liefern, in einer großenNvlh sich befunden habe, weil sein Heer von Durst gequält wurde. Da

(t) Dich ist vcrmuthlich Lucius Berus: man sehe die Anmcrk. zum Stcn Hauptst.dieses Buchcs. Eine Verwechslung oder cin chronologischer Jrrthum ist hier auf alle Fällevorgegangen, wie aus dem Ansang des folgenden Hauptstücks noch deutlicher erhellt. Amwahrscheinlichsten ist es mir, daß Eusebius die Zeiten vermischt und diese Verfolgung inGallien zu spat angesetzt habe. Nichtiger hat er es in seiner Chronik angesetzt, wo diegallische Verfolgung beim 7tcn Jahre des M. Aurclius steht; hier aber in die Kirchcngc-schichte setzt er sie in das 17te Jahr und hierin liegt, wie ich glaube, die Quelle des ganzenJrrthums. Daß sie in das 7te Jahr zu setzen scv, erhellt unter anderem auch daraus, weilEusebius die Geschichte, die er im folgenden Hauptst. vom Kriege mit den Deutschen er-zählt, und die sich also nach der gallischen Verfolgung zugetragen, in seiner Chronik in das14te Jahr des M. Aurclius setzt, wornach sie also sich vor der Verfolgung müßte ereignetbaden, wenn diese in das 17te Jahr fiel. Das Einzige, was dieser Meinung entgegensteht,ist, daß Eleutherus in dem Briese der Märtyrer genannt ist, wenn anders dieser Namenicht eingeschoben ist, wovon man bei eigenen Namen viele Beispiele hat. Stroth.

<2) Die Wahrheit dieser Begebenheit, wie sie hier erzählt ist, ist schon längst inZweifel gezogen worden. Abgesehen davon, daß des Eusebius Ausdrücke selbst darauf hin-weisen, daß er sie selbst nicht für zweifelsfrei gehalten, so ist schon der Umstand, daß schondamals eine ganze Legion aus Christen bestanden haben sollte, im höchsten Grade unwahr-scheinlich. Uebcrdicß ist die Angabe cin historischer Jrrthum, daß die sogenannte Donnec-lcgion von dieser Geschichte ihren Namen erhalten habe, da nach Dio Kassius 55, 23, diesllte Legion schon unter Augustus oder wenn je Zwcifclsucht behaupten sollte, Dio habederselben den Namen beigelegt, den sie zu seiner Zeit führte, wenigstens, w.e eine vonScaliger angeführte Inschrift beweist, doch unter Nerva, wohl von den auf ihren Schildenabgebildeten Donnkrkcilcn, diesen Namen ffihrte. Sie hatte ihre Standquartiere in Kappa-docien oder wohl in der früher zu diesem Lande, später zu Armenien, gerechneten LandschaftMelitene, wo wir sie in der nulitia cliAniuum» ntiinsguo imporü, noch als Ivgsosulminoa, stationirt finden. Was die Begebenheit selbst betrifft, so wissen zwar auch heid-nische Schriftsteller von derselben und zwar auch als von einem Wunder zu erzählen, ge-denken aber bei Darstellung derselben im gcr.ngstcn nicht eines Gebetes der Christen,sondern sie schreiben das Wunder thcils dem Gebete des Kaisers selbst zu, wie KapitolinuSim 24sten Hauptst. des Lebens des Kaisers Antoninus und Themistius in seiner löten Rede,thcils, wie Dio Kassius 7l, g, der unmittelbaren Einwirkung der Götter, namentlich desLuftgottcs Merkurius, welche cin in des Kaisers Gefolge "befindlicher ägyptischer Goetc,Namens Arnuphis, durch magische Formeln zur Herabgießung des Schlagrcgcns bewogenhaben sollte. Daß auch der Kaiser Antoninus selbst, so wie Senat und Volk eben so weitentfernt waren, die jenem gewordene Hülfe dem Gebete der Christen zuzuschreiben, dießbeweisen zur Genüge Denkmäler von Erz und Marmor, kaiserliche Denkmünzen lauf einerderselben wird Jupiter seinen Blitz auf die zu Boden gestreckten Barbaren schleudernd dar-gestellt) und die noch zu Rom stehende Antoninische Säule, auf welcher unter andern bild-lichen Darstellungen Soldaten sich befinden, wie sie den Regen in ihren Helmen auffangen.Auch ein Gemälde, das Themistius sah, stellte nur den Kaiser dar, wie er zu den Götternflehte, seine Soldaten aber, wie sie den Regen in ihren Helmen auffaßten und daraus dasvom Himmel herab sich ergießende Wasser tranken. Daß diesen verschiedenen Angaben eine