Aurelius. Jahr EhristuS 173. Eleutherus. 161„zum Aergennß gebe. Alcibiades folgte dieser Ermahnung, genoß Alles ohne„Unterschied und dankte Gott. Denn sie waren von der göttlichen Gnade„nicht unbeachtet, sondern der heilige Geist war ihr Rathgeber.* So weithievon. Da Montanns mit Alcibiades (1) und TheodotnS in Phrygiendamals zuerst ihre Lehre vom Weissagen (2) allgemein verbreiteten (dennweil noch bis ans diese Zeit sehr viele andere Wnnderthaten der göttlichenGnade in verschiedenen Kirchen bewirkt wurden, so machte dieser Umstandauch ihr Vorgeben vom Weissagen sehr Vielen glaublich) und ihrenihalbeneine Spaltung entstand, so fügen die Brüder in Gallien auch hierüber ihrder Gottseligkeit und Rechtglänbigkeit ganz gemäßes besonders Gutachtenhinzu und legen verschiedene Briefe der bei ihnen vollendeten Märtyrerbei, welche diese noch im Gefängnisse an die Brüder in Asien und Phrygien,so wie an Elentherns (Z) den damaligen römischen Bischof, deS Kirchen-sriedens wegen, geschrieben hatten.
Viertes H a u p t st ü ck.
Wie die Märtyrer den Jrcnäus schriftlich empfohlen.
Eben dieselben Märtyrer empfahlen auch den JrenäuS, der damalsPresbyter bei der Gemeinde zu Lngdnnum war, dem erwähnten römischenBischof und gaben ihm, wie folgende Worte beweisen, ein sehr rühmlichesZeugniß. „Wir wünschen, daß es dir, Vater Elentherns, in Gott in allen„Stücken und immerdar Wohlergehen möge. Wir haben mit der Ueber-„bringung dieses Schreibens unseren Bruder und Mitgenossen JrenänS„beauftragt, und bitten dich, ihn dir als einen eifrigen Anhänger der Lehre„Christi anempfohlen seyn zu lassen. Denn wenn wir wüßten, daß ein„Amt Jemanden Nechtschaffenheit verleihe, so würden wir ihn dir als„einen Presbyter der Gemeinde — dieses Amt bekleidet er — vorzüglich„anempfehlen." Das Verzeichnis; der in dem erwähnten Briefe angeführ-ten Märtyrer, welche lheils durch Enthauptung endeten, thsils den wildenThieren, um von ihnen gefressen zu werden, vorgeworfen wurden, theilsim Kerker entschliefen, so wie die Anzahl der damals noch lebenden Be-ll) Dieser Alcibiades darf mit dem vorigen nicht verwechselt werden; der hier ge-nannte gehörte zu den Hauptern der kataphrygischen Sekte.
(2) Sie behaupteten nämlich, daß die Gabe der Weissagung noch fortdaure undMontanus schrieb sie sich und der Priscilla und Marimilla, welche er Prophetinnen nannteund mit steh herumführte, zu. Man sehe darüber Hauptsr. 16 u. 18 dieses Buches.
Stroth.
(Z) Eleuthcrus war anfanglich von den Montanisten Untergängen worden, die mitdem Schein einer verstellten Frömmigkeit ihren Irrthum listig bedeckten. Ausserdem warer durch die Briese und Ermahnunzen der lyonischen Märtyrer bewogen worden, an dieGemeinden in Asien und Phrygien zu schreiben, sie möchten die Montanisten in den Schoosder Kirche aufnehmen. Auf Erinnerung eines gewissen Praxeas aus Asien aber widerriefer den Friedensbricf bald und weigerte sich nach dem Beispiel seines .Vorfahren Anicetus,die neuen Weissagungen zuzulassen, wie Tertullian im Buche wider de» Prarcas schreibt.
Valesius.
Eusebius Kirchcngeschichte. 11