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Kirchengeschichte
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158
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158 M. Aurellus. Jahr ChristusZ 178. Cleutherus.

einem Stiere vorgeworfen. Nachdem sie dieser lange Zeit herumgeworfenundBlandina keincEmpfindnng mehr von dem, was vorging, hatte, wegender Hoffnung und des Festhaltens dessen, was sie glaubte und wegen ihrerUnterhaltung mit Christo, wurde endlich auch sie erstochen. Die Heidenselbst mußten gestehen, daß niemals bei ihnen ein Weib so viele und sogroße Martern ausgestanden hätte. Allein gleichwohl war ihre Wnthund ihre Grausamkeit gegen die Heiligen noch nicht gesättigt. Denn alswilde und barbarische Volker, von einem wilden Thiere(t) aufgebracht,konnten sie nur schwer besänftigt werden, daher denn ihre rohe Ausgelas-senheit auf eine andere Weise in Betreff der todten Körper sich zu äußernbegann. Denn der Umstand, daß die Märtyrer über sie gesiegt hatten,beschämte sie. die jeder menschlichen Empfindung und Rücksicht baar waren,so wenig, daß er vielmehr ihre Wnth gegen uns, wie die eines wildenThieres, noch mehr entflammte und Stallhalter und Volk noch denselbenungerechten Haß gegen uns zeigten, damit die Schrift (2) erfüllet würde:Der Ungerechte fahre fort, ungerecht zu seyn und der Gerechte werde immermehr gerecht." Die Körper der im Gefängnisse Erstickten warfen sie denHunden vor und gaben Tag und Nacht sirenge Obacht darauf, daß keinervon uns bestattet würde. Sodann stellten sie diejenigen Ueberbleibselder Brüder, welche wilde Thiere und Feuer übrig gelassen hatten undtheils zerfleischt, theils^ verkohlt waren, so wie die Köpfe der klebrigen undihre Rümpfe zur Schau ans und ließen sie ebenfalls nnbeerdigt eine langeReihe von Tagen durch Soldaten bewachen. Und Einige von ihnen er-grimmten, knirschten vor Wnth mit den Zähnen über sie und suchten nochgrößere Rache an ihnen auszuüben, Andere aber verlachten und verspotte-ten sie, erhoben ihre Götzen und schrieben diesen die Bestrafung der Mär-tyrer zu. Von denjenigen dagegen, welche billiger dachten und welcheeiniges Mitgefühl zu haben schienen, konnte man häufig die Schmähunghören: Wo ist ihr Gott? und was hat ihnen diese Religion geholfen, diesie selbst ihrem Leben vorgezogen haben? So verschieden waren die Aeuße-rnngen der Heiden. Bei uns dagegen herrschte große Betrübnis;, weilwir nicht ihre Leichname der Erde übergeben konnten. Denn es war unsweder die Nacht dazu behülflich, noch konnten die Heiden durch Geld über-redet, noch durch Bitren bewogen werden, sondern sie gaben auf jeglicheArt Acht darauf, als würden sie einen großen Gewinn davontragen, wenndie Märtyrer keines Begräbnisses theilhaftig würden." Erwaö weiterhinfahren sie also fort:Nachdem nun die Körper der Märtyrer auf jeglicheArt zum Spott gedient und sechs Tage lang unrer freiem Himmel gelegenhalten, wurden sie von den Heiden verbrannt, in Asche verwandelt undin den an unserer Stadt vorbeifließenden Strom Rhodanus gestreut,damit fernerhin auch nicht ein Ueberbleibsel von ihnen auf Erden zu sehen

(1) Dem Teufel.

(2) Osscnb. Joh. 22, lt.