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Kirchengeschichte
Entstehung
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156
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13U M. Aureli'uS. Jahr Christus 178. Clcutherus.Das Volk tobte indessen mit ausgelassener Heftigkeit gegen ihn. Da aberder Statthalter erfuhr, daß er ein Römer sey, ließ er ihn mit den übrigenGefangenen wieder in den Kerker zurückbringen, erstattete dem KaiserBericht über sie und wartete die Entscheidung desselben ab. Die Zwischen-zeit verfloß den Christen nicht unnütz und unfruchtbar, sondern durch ihrAusharren that sich das grenzenlose Erbarmen Christi kund. Denn durchdas Lebendige(1) wurde das Todte wieder zum Leben gebracht und dieMärtyrer erwiesen sich gegen diejenigen, welche nicht Märtyrer gewordenwaren, gütig. Und die jungfräuliche Mutter (2) wurde mit großer Freudeerfüllt, als sie diejenigen, welche sie vorher als todte Fehlgeburten ausge-ftoßen hatte, als lebendig wieder ausnehmen konnte. Denn durch jenewurden die meisten derer, welche verleugnet hatten, wieder in ihren Schoosaufgenommen, wieder empfangen und mit Lebensfeuer beseelt, lerntenbekennen und schon lebendig und gestärkt traten sie unter dem wohlthätigenEinflüsse Gottes, der nicht den Tod des Sünders will, sondern an dessenBuße seine Freude hat, vor den Richterstuhl, um von dem Statthalternoch einmal befragt zu werden. Es war nämlich eine Entscheidung desKaisers eingetroffen, daß diejenigen, welche verleugnen würden, frei-gegeben , die Andern aber hingerichtet werden sollen. Da nun diehiesige Messe, welche durch den Zusammenfluß von Menschen aus allenLändern sehr volkreich ist, ihren Anfang nahm, so ließ der Statthalterdie seligen Märtyrer, dem Volke zur Schau, im Aufzuge vor den Richtcr-stuhl führen. Hier wurde nun die Untersuchung von Neuem vorgenom-men. Wer als ein römischer Bürger erfunden ward, wurde enthauptet,die übrigen aber den wilden Thieren vorgeworfen. Christus aber wurdehier von denjenigen, welche früher verleugnet hatten, jetzt aber gegen dieErwartung der Heiden bekannten, sehr verherrlicht. Denn diese wurdenbesonders verhört, um sodann in Freiheit gesetzt zu werden; allein sie be-kannten und wurden der auserwählten Schaar der Märtyrer beigesellt.Ausgeschlossen davon aber blieben diejenigen, welche gar niemalen eineSpur des Glaubens, noch eine Ahnung vom Bräntigamsgewande desHerrn, noch einen Gedanken von Furcht Gottes gehabt, sondern schondurch ihren Wandel die Religion verlästert hatten, d. h. die Kinder desVerderbens. Die UeR-igsn alle wurden der Kirche einverleibt. Bei dieserUntersuchung war auch ein gewisser Ale.vander aus Phrygien, ein Arzt,welcher viele Jahre laug in Gallien sich aufgehalten hatte und wegen seinerLiebe zu Gott und seiner Freimüthigkeit im Reden (denn er besaß hierinapostolische Gaben) fast allgemein bekannt war, anwesend. Dieser er-mahnte, während er in der Nähe des Nichterstuhles stand, die Anderndurch Winke zum Bekenntniß, wobei er denen, welche um densel-ben herumstanden, wie ein in Geburtsschmerzen sich Befindender Vor-st) D. i., die Bekenner und treu Gebliebenen brachten die Gefallenen wiederzurccht.

(2) D. h. die Gemeinde.