13U M. Aureli'uS. Jahr Christus 178. Clcutherus.„Das Volk tobte indessen mit ausgelassener Heftigkeit gegen ihn. Da aber„der Statthalter erfuhr, daß er ein Römer sey, ließ er ihn mit den übrigen„Gefangenen wieder in den Kerker zurückbringen, erstattete dem Kaiser„Bericht über sie und wartete die Entscheidung desselben ab. Die Zwischen-zeit verfloß den Christen nicht unnütz und unfruchtbar, sondern durch ihr„Ausharren that sich das grenzenlose Erbarmen Christi kund. Denn durch„das Lebendige(1) wurde das Todte wieder zum Leben gebracht und die„Märtyrer erwiesen sich gegen diejenigen, welche nicht Märtyrer geworden„waren, gütig. Und die jungfräuliche Mutter (2) wurde mit großer Freude„erfüllt, als sie diejenigen, welche sie vorher als todte Fehlgeburten ausge-„ftoßen hatte, als lebendig wieder ausnehmen konnte. Denn durch jene„wurden die meisten derer, welche verleugnet hatten, wieder in ihren Schoos„aufgenommen, wieder empfangen und mit Lebensfeuer beseelt, lernten„bekennen und schon lebendig und gestärkt traten sie unter dem wohlthätigen„Einflüsse Gottes, der nicht den Tod des Sünders will, sondern an dessen„Buße seine Freude hat, vor den Richterstuhl, um von dem Statthalter„noch einmal befragt zu werden. Es war nämlich eine Entscheidung des„Kaisers eingetroffen, daß diejenigen, welche verleugnen würden, frei-gegeben , die Andern aber hingerichtet werden sollen. Da nun die„hiesige Messe, welche durch den Zusammenfluß von Menschen aus allen„Ländern sehr volkreich ist, ihren Anfang nahm, so ließ der Statthalter„die seligen Märtyrer, dem Volke zur Schau, im Aufzuge vor den Richtcr-„stuhl führen. Hier wurde nun die Untersuchung von Neuem vorgenom-„men. Wer als ein römischer Bürger erfunden ward, wurde enthauptet,„die übrigen aber den wilden Thieren vorgeworfen. Christus aber wurde„hier von denjenigen, welche früher verleugnet hatten, jetzt aber gegen die„Erwartung der Heiden bekannten, sehr verherrlicht. Denn diese wurden„besonders verhört, um sodann in Freiheit gesetzt zu werden; allein sie be-„kannten und wurden der auserwählten Schaar der Märtyrer beigesellt.„Ausgeschlossen davon aber blieben diejenigen, welche gar niemalen eine„Spur des Glaubens, noch eine Ahnung vom Bräntigamsgewande des„Herrn, noch einen Gedanken von Furcht Gottes gehabt, sondern schon„durch ihren Wandel die Religion verlästert hatten, d. h. die Kinder des„Verderbens. Die UeR-igsn alle wurden der Kirche einverleibt. Bei dieser„Untersuchung war auch ein gewisser Ale.vander aus Phrygien, ein Arzt,„welcher viele Jahre laug in Gallien sich aufgehalten hatte und wegen seiner„Liebe zu Gott und seiner Freimüthigkeit im Reden (denn er besaß hierin„apostolische Gaben) fast allgemein bekannt war, anwesend. Dieser er-„mahnte, während er in der Nähe des Nichterstuhles stand, die Andern„durch Winke zum Bekenntniß, wobei er denen, welche um densel-„ben herumstanden, wie ein in Geburtsschmerzen sich Befindender Vor-st) D. i., die Bekenner und treu Gebliebenen brachten die Gefallenen wiederzurccht.
(2) D. h. die Gemeinde.