154 M. UureliuS. Jahr Christus 178. EleutheruS.
„gezeigt hat, aber doch der weisen Lenkung Christi angemessen ist. Es wur-„den nämlich diejenigen, die bei der ersten Gefangennchmung verleugnet„hatten, dennoch auch in das Gefängniß geworfen und mußten das Unge-„mach mit aushalten. Ihre Verleugnung half ihnen zu dieser Zeit gar„nichts, sondern ste wurden, während die Bekenner als Christen,„was sie auch waren, im Gefängniß seyn mußten, ohne daß den-„selben sonst eine andere Schuld beigemessen worden wäre, wie Mörder und„Verbrecher im VerHaft gehalten und erlitten so in Vergleichnng mit den„Andern eine doppelte Strafe. Denn jenen gewährte doch die Freude über„ihr Märtyrerthum, die Hoffnung auf die Verheißungen, die Liebe zu„Christo und der Geist des Vaters Linderung, diese aber peinigte ihr Ge-griffen so sehr, daß sie auch von allen Andern beim Vorbeigehen schon dem„Aenßern nach erkannt werden konnten. Jene schritten heiter vor, ans„ihrem Antlitze waren hohe Würde und Anmnth gepaart und selbst die„Fesseln lagen als schöner Schmuck an ihnen; sie glichen einer Braut, welche„mit einem goldgestickten, mannigfach verzierten und verbrämten Gewände„geschmückt ist, dabei dufteten sie den Wohlgeruch Christi, (1) so daß Einige„glaubten, sie seyen mit natürlicher Salbe gesalbt; diese aber waren beschämt,„niedergeschlagen, häßlich anzusehen und alles Widerlichen voll, mußten„dazu noch die Schmähungen der Heiden als feige und weibische Menschen„hören, waren mit der Beschuldigung, sie seyen Mörder, belastet und„hatten den so werthvollen, herrlichen und seligmachenden Namen (2) ver-loren. Da dieß die Uebrigen sahen, wurden sie befestigt und alle, die er-griffen wurden, bekannten ohne Bedenken und ohne daß ein teuflischer„Gedanke (Z) ihnen in den Sinn gekommen wäre." Nachdem ste hieranfnochVerschiedenes beigefügt, fahren sie weiter also fort: „Nach diesem nahmen„ihre Märtyrerthümer einen verschiedenartigen Ausgang. Denn sie flochten„aus allerlei Blumen von verschiedenen Farben Einen Kranz und brachten„ihn dem Vater dar. (ä). Es mußte daher den wackcrn Kämpfern, die so„mancherlei Kampf ausgestanden und einen großen Sieg davon getragen hal-len , die herrliche Krone der Unsterblichkeit zu Theil werden. Matnrus,„Sanktns, Blandina und Attabus wurden nun auf den öffentlichen Platz zu„den wilden Thieren geführt, um der versammelten heidnischen Menge ein„unmenschliches Schauspiel zu geben und der Tag des Thiergefechts wurde„mit Fleiß wegen der Unsrigen jetzt angestellt. (S) Matnrus und Sanktns„mußten wiederum alle Arten von Martern in dem Amphitheater durch-
cr, was noch schicklicher wäre, die Erbarmung Christi darein, daß die Verlcugner im Ge-fängnisse gehalten worden und da Zeit und Gelegenheit bekommen, wieder in den Schoosder Kirche zurückzukehren. Stroth.
tt) Anspielung auf 1 Korinth. 2, 15.
(2) Nämlich den Namen Christen.
(Z) Nämlich Christum zu verleugnen.
(4) Das heißt in natürlicher Sprache: Sie erduldeten Gott zu Ehren verschiedene To-desarten, der eine diese, der andere jene. Stroth.
(5) ES wurde also jetzt außerordentlich angestellt, da sonst die Thiergcfechte nur ein-mal im Jahre, im Dezember, gehalten wurden. Stroth.