M. AureliuS. Jahr Christn-Z 173. Elcntherus. 15 >„den und vor Wuth gegen uns knirschten. Da ging nun das Wort unseres„Herrn in Erfüllung: (st) ES wird eine Zeit kommen, wo jeder, der euch„tödtet, glauben wird, Gott einen Dienst damit zu erweisen." Da standen„die heiligen Märtyrer Qualen aus, die nicht in Worte gefaßt werden kon-„nen, indem der Satan Alles aufbot, daß auch von ihnen ein Schmähwort„gesagt werden mochte. Vorzüglich heftig äußerte sich die ganze Wuth„sowohl des Volkes, als des Statthalters und der Soldaten gegen Sauk-„tus, Diakonus aus Vienna, und gegen Maturus, der vor Kurzem erst„erleuchtet (2) worden war, aber als mannhaften Kämpfer sich erwies, und„gegen Attalus auö Pergamus,(Z) der von jeher eine Säule und Stütze„der hiesigen Christen gewesen war, so wie gegen Blandina, an welchen„Christus zeigte, daß das , was unter den Menschen für gering, (ü) un-scheinbar und verächtlich gilt, bei Gott großer Ehre gewürdigt wird wegen„der Liebe zu ihm, welche sich durch die That erweist, nicht aber mit leerem„Schein sich brüstet. Denn während wir alle fürchteten und ihre irdische„Gebieterin, welche auch eine Kämpferin unter den Glaubeuszeugen war,„in großer Sorge sich befand, Blandina möchte wegen der Schwäche ihres„Körpers ihr Bekenntnis; nicht mit Freimüthigkeit ablegen können, so wurde„sie mit solcher Kraft erfüllt, daß ihre Peiniger, welche, einander ablösend,„sie vom Morgen bis zum Abend auf jegliche Art marterten, zuletzt ermattet„und entkräftet wurden, sich selbst für besiegt erkannten, da sie nichts mehr„wußten, was sie ihr zufügen konnten, und sich verwunderten, daß sie nur„noch am Leben sich befände, da ihr ganzerKörper zerrissen und geöffnet scy und„gestanden, daß schon eine einzige Art der Folter hinlänglich gewesen wäre,„ihr das Leben zu nehmen, geschweige denn so viele und große. Aber die„Selige sammelte, gleich einem wackern Kämpfer, in dem Bekenntnisse neue„Kräfte und ihreStärkung, Erholung und ein schmerzstillendes Mittel gegen„alles , was sie litt, waren die Worte: I ch bin eine Christin u u d„b e i u n s g e s ch i e h t ni ch ts Böses. Auch Sanktus erduldete auf eine„ganz außerordentliche und übermenschliche Art standhaft alle Martern,„welche Menschen anthnn können. Da die Gottlosen hofften, durch die„Daner und Größe der Martern ein nachtheiligcs Bekenntnis; von ihm„erpressen zu können, so widerstand er ihnen mit so unerschütterlicher Festigkeit,„daß er weder seinen Namen sagte, noch sein Volk und Vaterland, noch„seinen Stand, ob er ein Sklave oder ein Freier sey, angab, sondern auf„jede ihm vorgelegte Frage in lateinischer Sprache nur entgegnete: I ch„b in ein Chri st. (5) Dies; bekannte er stets statt seines Namens, statt
(st) Evangel. Joh, t6, 2.
(2) D. h. getauft. Man sehe oben 3, 23.
(3) Eine Stadt in Kleinasien.
(4) Blandina war nämlich eine Dicnstmagd.
(5) Die Märtyrer und Bekenner nämlich setzten ihren größten Stolz darein, Christenzu heißen. Eine mit der obigen ganz übereinstimmende von August! in seinen Denkwürdigkeitender christlichen Archäologie angeführte Erzählung gibt Chrysostomus slinm, X l.Vl, wm, I.p, 532 eü. krr.no»s.) vom Märtyrer Lucianus: „Er antwortete auf alle Fragen bloß:„Ich bin ein Ehr ist. Und als ihn der Henker fragte: Aus welchem Lande bist du?