150 M. Auroliu<Z. Jahr ChviftuS 178. C'lentherus.
„auch er ein Christ fty. Wie Epagathus dieß mit lauter Stimme bekannte,„wurde auch er unter die auserwählte Schaar der Glaubenszeugen aufge-„nommcn. Er erhielt den Namen eines Fürsprechers der Christen, hatte„aber in steh selbst den Fürsprecher, den heiligen Geist, in reichlicherem„Maße, als Zacharias. (1) Dieß bewies er durch die Fülle der Liebe, wo-„mit er sich entschloß, für die Vertheidigung seiner Brüder selbst sein Leben„zu lassen. Denn er war und ist ein echter Jünger Christi, der dem Lamme„folgte, wo es hinging. (2). Nun aber war ein Unterschied bei den klebrigen„zu bemerken. Die rechten Glanbenszeugeu zeigten sich, waren entschlossen„und legten auch mit aller Freudigkeit das Martyrerbekeuntniß ab. Aber„eS wurden auch die Unentschlossenen, Ungeübten, welche noch zu schwach„waren, um die Anstrengung eines großen Kampfes tragen zu können,„offenbar. Von diesen fielen etwa zehn an der Zahl ab und verursachten„uns dadurch eine große Betrübniß und einen grenzenlosen Kummer, so wie„sie auch die Bereitwilligkeit der klebrigen, die nicht ergriffen waren, lähmten.„Diese standen, obgleich sie alles Ungemach zu leiden hatten, doch den Glau-„benszeugen bei und ließen nicht von ihnen. Da befanden wir uns alle in„großer Angst und Sorge wegen der Ungewißheit des Bekenntnisses, (z)„und fürchteten wir auch die uns bedrohenden Qualen nicht, so waren wir„doch, wenn wir auf den Ausgang sahen, in Sorge, es möchte Jemand„abfallen. Tag für Tag wurden diejenigen ergriffen, welche würdig waren,„die Zahl der Glaubenszeugen voll zu machen, so daß zuletzt aus beiden„Gemeinden alle tüchtigen Leute, durch welche hauptsächlich unser Wesen„sich gestaltet hatte und bestand, zusammengebracht waren. Es wurden„aber auch einige heidnische Sklaven der Unsrigen ergriffen, weil der Statt-z .halter öffentlich befohlen hatte, uns sämmtlich aufzusuchen. Diese brach-„ten auf Einflüstern des-Satans, von Furcht vor den Martern ergriffen,„welche sie die Heiligen ausstehen sahen, und von den Soldaten dazu ange-heizt, gegen uns die Lüge von thyesteischen Mahlzeiten und ödipodischen„Vermischungen (ä) und noch andere Dinge vor, die wir weder sagen, noch„denken, ja, wovon wir nicht einmal glauben dürfen, ob je dergleichen irgendwo„unter Menschen stattgefunden haben. Als die Kunde davon sich verbreitete,„würden alle von einer thierischen Wuth gegen uns ergriffen, so daß, wenn„vorher auch noch Einige wegen ihrer Bekanntschaft mit uns Mäßigung„gezeigt hatten, jetzt auch diese von heftigem Zorne gegen uns erfüllt wur-
(l) Anspielung auf Luk. t, 67.
<2) Offenb. 4.
(3) Der Versager will sagen, sie waren in Angst und Sorge, weil sie nicht wußten,ob alle Christum bekennen und nicht abfallen wurden.
(4) Die Heiden beschuldigten bekanntlich die Christen des Mcnschenfleischcssens undeines unerlaubte» Umganges mit ihren Müttern und zu Bezeichnung dieser Verbrechen be-dienten sie sich der im Texte befindlichen Ausdrücke. Thycstcs nämlich, König von Mycenä,hatte der Sage nach mit seines Bruders Atreus Frau einen buhlerischen Umgang gehabt,worauf der letztere jenem seinen eigenen Sohn, ohne daß er es wußte, zum Essen vorsetzte,und Ocdipus, König von Thebens, nahm, nachdem er seinen Vater unwissend erschlagenhatte, ebenfalls unwissend seine eigene Mutter Zokaste zur Frau.