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Kirchengeschichte
Entstehung
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143
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Aureliuö. Iah» Christus 171. Sotor. «43

das niiS unier dessen Regierung widerfahren: »Was saust niemalen ge-schehen ist, geschieht jetzt; die Schaar der Gottesverehrer wird verfolgt und»in Asien durch neue Verordnungen hart bedrängt. Denn die schamlosen»Angeber und die nach fremdem Eigenthnm Lüsternen rauben und plündernjetzt, cha sie die Veranlassung dazu in den Edikten finden, offen bei Tag»und bei Nacht die Unschuldigen." Und etwas weiterhin fahrt er fort:»Und wenn dieses ans deinen Befehl geschieht, so mag es immerhin recht»gethan seyu denn ein gerechter Herrscher wird nie etwas Ungerechtes»beschließen und wir tragen gerne das schöne Loos eines solchen Todesdavon. Nur diese einzige Bitte richten wir an dich, du möchtest vorher»selbst die Leute, die einen solchen Eigensinn (1) besitzen, kennen lernen unddann nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit entscheiden, ob sie des Todes»und der Strafe schuldig oder des Lebens und der Nnhe würdig sind. Rührtaber dieser Beschluß und diese neue Verordnung, dergleichen nicht einmalgegen feindliche Barbaren so erlassen werden sollte, gar nicht von dir her,so bitten wir dich noch viel wehr, uns bei einer so öffentlichen Räubereinicht zu übersehen." Sodann fährt er etwas weiterhin fort: »Unsere Phi-losophie (2) hat früher unter Barbaren HZ) geblüht. Sodann verbreitetesich dieselbe unter deines Vorgängers Augnstus gewaltiger Herrschaft auch»unter deine Völker und wurde deinem Reich vorzüglich zu einer glücklichen»Vorbedeutung. Denn seit dieser Zeit hat die Macht der Römer immer mehr anGröße und Glanz gewonnen. Du nimmst nun zur allgemeinen Freude»seinen Thron ein und wirst noch ferner mit deinem Sohne,) wenn dudeinen Schuh einer Philosophie zuwendest, welche mit dem Kaiserreiche desAugustus herangewachsen ist und begonnen hat und welche von deinen Vorgän-gern neben den andern Religionen in Ehren gehalten worden ist. Undzum stärksten Beweise, daß unsere Religion mit der so glücklich begonnenen»Monarchie zum Wohle derselben aufgeblüht ist, dient der Umstand, daßdieselbe seit der Regierung des Augustus von keinem Unglück betroffenworden ist, sondern daß im Gegentheil überall nach den allgemeinen Wünschen»Glanz und Ruhm sich verbreitet haben. Die einzigen Kaiser, welche, voneinigen verleumderischen Menschen überredet, unsere Religion in einenÜbeln Ruf zu bringen suchten, waren Nero und Domitianus und von diesenau hat sich auch die verleumderische Unwahrheit in Ansehung der Christen (5)nach einer Gewohnheit, ohne alle Prüfung zu glauben, weiter verbreitet.

ht) Melito nennt hier die Christen nach der Vorstellung der Heiden Eigensinnige.Denn diese nannten die Standhastigkcit der Christen Eigensinn und Halsstarrigkeit. Es verstehtsich von selbst, daß Melito in Gedanken das Wort im guten Sinne genommen. Stroth.

(2) So heißt die christliche Religion häusig bei den Kirchenvätern, weil das Christen-thum in einem höheren Grade dieselbe Wirksamkeit hat, die sie der Philosophie zuschrieben.

(Z) D. h. unter den Juden. Diese werden auch von andern griechischen Schriftstellernso genannt.

l.4) Dicß ist her nachmalige Kaiser KommoduS, welchen M. Aurclius nach dem Lodcseines Bruders Lucius zum Mitregentcn annahm.

(5) Die Verleumdung gegen die Christen bestand wahrscheinlich in dem Vorgeben, daßdie Duldung der Christen über das römische Reich wegen des dadurch gereizten Zorns derGötter Unglück bringe.