AnrelinS. Iah» Chn'stnS 170. Sotcr. 141
einen alten Brauch, denselben in der Kirche vorzulesen. Seine Worte lau-ten also: „Wir haben heute wieder den heiligen Tag des Herrn (1) zurück-gelegt und an demselben enern Brief vorgelesen, den wir, so wie den früher„von Klemens an uns geschriebenen, nie aufhören werden, zu unserer Er-bauung zu lesen." Derselbe Dionysius bemerkt auch noch in Betreff seinereigenen Briefe, daß sie ihm verfälscht worden, Folgendes: „Ich habe ans„Verlangen der Brüder Briefe geschrieben. Allein diese haben des Teufels„Apostel mit Unkraut angefüllt und manche Stellen weggenommen, andere„hinzugesetzt. Doch wird das Wehe dafür ihnen nicht ausbleiben. Es ist„demnach kein Wunder, daß Einige auch die Schriften des Herrn zn verfäl-schen sich haben beigehen lassen, wenn sie es sogar bei geringen: Schriften„versucht haben." Außer diesen ist noch ein Brief des Dionysius an einegläubige Schwester, Namens Chrysophora vorhanden, worin er so schreibt,wie eS für sie angemessen war und ihr die für sie passende Seelenspeise mit-theilt. So viel von Dionysius.
Vierund)lvan)igstes Kauptstück.
Von Theophilus, dem Bischof von Antiochien.
Von dem oben als Bischof der Kirche zu Antiochia angeführten Theo-philus haben wir drei Bücher an Autolikus,(2) welche die Anfangsgründeunserer Religion enthalten, so wie ein Buch mit dem Titel: Gegen dieKetzerei d es H e rm og e n es, (Z) worin er Zeugnisse aus der Offenba-rung Johannis anführt, und noch einige andere Schriften katechetischenInhalts. Da die Ketzer nicht weniger auch damals, gleich einem Unkraut,die reine Saat der apostolischen Lehre verderbten, so suchten die Hirten derKirchen allwärts sie gleich wilden Thieren von den Schaafen Christi abzu-treiben und entfernt zn halten, bald durch Ermahnungen und Erinnerungen,die sie an die Brüder ergehen ließen, bald dadurch, daß sie sich ihnen offenentgegenstellten und ihre Meinungen theils in mündlichen Disputationenund Widerlegungen, theils in Schriften durch die gründlichsten Beweise alsfalsch darstellten. Daß nun neben den andern auch Theophilus gegen siezu Felde gezogen ist, erhellt aus einem trefflichen Buche von ihm gegenMarcion, welches ebenfalls, gleich den andern oben genannten Schriftenvon ihm, bis jetzt sich erhalten hat. Sein Nachfolger in der Gemeinde zuAntiochien wurde Maviminus, der siebente seit den Aposteln.
(t) Schon in den ersten Zeiten des Christcnthums (man vergleiche Ostend. Johannist, 10., denn Apostclgcsch. 20, 7. und l Korinth. 16, 2. dürsten nicht durchaus bewei-send scyn) war der Sonntag, als der Lag der Auferstehung Christi, gottesdienstlichc» Ver-sammlungen und der Andacht gewidmet.
(2) Diese Schrift des Theophilus ist noch vorhanden, die andern von Eusebius hierangeführten sind dagegen verloren gegangen.
(3) Hermogenes war ein afrikanischer Maler und behauptete die Ewigkeit der Materie.Auch Tertullian hat gegen ihn geschrieben.