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Kirchengeschichte
Entstehung
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140
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I4V Aurelius. Jahr Christus 170. Soter.

Ketzerei des Marcion und hält sich strenge an die Richtschnur des Glaubens.Ein anderes Schreiben von ihm ist an die Gemeinde zu Gvrtyna und andie übrigen Gemeinden ans Kreta abgefaßt, worin er ihren Bischof Philip-pus rühmt, da ihr unter seiner Amtsführung das Zengniß vorzüglicherStandhafligkeit ertheilt werde und sie ermahnt, vor der Verführung derKetzer ans der Hut zu seyn. Auch schrieb er an die Gemeinde zu Amastrisund an die übrigen im Pontns. Er gedenkt in diesem Briefe des Bacchili-des undElpistus, als auf deren Antrieb er geschrieben habe, und fügteinigeAuslegungen der heiligen Schrift bei. Ihren Bischof nennt er namentlichPalmas. Er gibt ihnen viele Ermahnungen in Betreff der Ehe und derKeuschheit und fordert sie auf, diejenigen, welche von irgend einem Falloder einer Vergehuug oder auch ketzerischem Jrrthum umkehrten, wiederaufzunehmen. In seiner Sammlung befindet sich auch noch ein Brief andie Knossier,hj) worin er ihren Bischof Pinytns crmahnt, er mochte denBrüdern in Betreff der Keuschheit keine zu schweren Lasten mit Gewalt auf-legen, sondern die Schwachheit der Mehrzahl berücksichtigen. Pinytnsantwortet ihm darauf und bezeigt ihm seine Bewunderung und seinen Bei-fall, fordert ihn aber auch hinwiederum auf, nun einmal stärkere Speisenmitzntheilen und seine Gemeinde noch einmal mit einem Briefe höherenInhalts zu weiden, damit sie nicht, immer nur bei milcharrigen Lehren ver-weilend, unvermerkt bei kindischem Unterrichte alt würde. In diesemBriefe zeigt sich, wie in einem mit der größten Genauigkeit gemalten Bilde,die Rechtgläubigst des Pinytns, seine Sorge für das Wohl seiner Ge-meinde und seine Wissenschaft und seine Einsicht in religiösen Dingen. Auchhat man noch einen Brief des Dionysius an die Römer, der an den dama-ligen Bischof Soter gerichtet ist. Ich halte es für das Beste, die ganzeStelle daraus, welche eine Sitte der Römer, der sie bis auf die Verfolgungzu unserer Zeit treu geblieben sind, (2) rühmlich erwähnt, wörtlich hier mit-zutheilen:Denn ihr habt von Anfang an die Gewohnheit gehabt, daß ihrallen Brüdern auf mancherlei Art Gutes erwieset und vielen Gemeindenin verschiedenen Städten Unterstützungen zuschicktet und auf diese Weisebald die Armuth der Dürftigen erleichtertet, bald den in den Bergwerkenbefindlichen Brüdern wohlthätige Beiträge zukommen ließet. Durch dieseUnterstützungen, die ihr von Anfang an überschickt, bleibt ihr einer alt-römischen Sitte als Römer treu. Dieß hat auch euer würdiger BischofSoter nicht nur beibehalten, sondern noch dazu dadurch vermehrt, daß ertheils die für die Heiligen bestimmten reichlichen Beiträge austheilt, theilsdie nach Rom gekommenen Brüder, wie ein zärtlicher Vater seine Kinder,mit beseligenden Worten tröstet." In demselben Schreiben erwähnt Dio-nysius auch des Briefs des Klemens an die Kvrinther und bemerkt es als

(1) Knoffuö war, wie das oben erwähnte Gortyna, eine Stadt auf der Insel Kreta.

(2) Auch der Bischof Dionysius von Alexandrien rühmt 7, 5. in einem Briefe dieWohlthätigkeit der römischen Gemeinde gegen auswärtige seht entfernte Gemeinden.