l.,2 M. LlureliuS a. L. VeruS. I. Ch. 168. Nm'cetnS.TatianuS, ein Mann, der in seinen früher» Jahren Unterricht in den Wis-senschaften der Griechen ertheilt, einen nicht geringen Nnhm darin erlangtund sehr viele Denkmähler seines Geistes in Schriften hinterlassen hat, inseinem Buche gegen die Griechen also: „Der bewunderungswürdige Jufti-„nns hat mit Recht den Ausspruch gethan, daß besagte Leute den Räubern„gleich sehen." Ans diesen Satz läßt er Einiges von den Philosophen folgenund fährt dann also fort: „Krescens, der sich in der Hauptstadt eingenistet„hatte, war der Knabenliebe mehr denn irgend einer ergeben und von Geld-„geiz ganz eingenommen. Den Tod aber, dessen Verachtung er lehrte,„fürchtete er selbst so sehr, daß er dem Jusiinns denselben als ein großes„Uebel zu bereiten suchte, weil er die Wahrheit lehrte und die Philosophen„als Schlemmer und Betrüger hingestellt hatte." Dicß war also die Ur-sache, daß Jnstinns den Märtyrertod starb, (i)
Siebzehntes Hanptjlück.
Von den Märtyrern, welcher Justinus in seiner Schrift gedenkt.
Ebenderselbe Justinus gedenkt in seiner ersten Vertheidigungsschrift(2)verschiedener, welche vor ihm den Märtyrertod erlitten haben. Seine zuunserem Zwecke dienenden Worte lauten also: „Eine Frau war an einen„ausschweifenden Mann verheirathet und sie selbst hatte anfänglich auch„einen solchen Lebenswandel geführt. Nachdem sie aber mit den Lehren„Christi bekannt geworden war, führte sie ein züchtiges Leben und versuchte,„ihren Mann ebenfalls dazu zu bringen. Sie führte ihm deßhalb die Lehr-sätze des Christenthums zu Gemüth und erzählte ihm von den Strafen,„welche derer, die ein unzüchtiges, unvernünftiges Leben führten, im ewigen„Feuer warten. Allein dieser setzte seinen ausschweifenden Lebenswandel„fort und brachte sich durch sein Betragen um die Liebe seiner Frau. Denn„diese hielt es für Sünde, noch länger einem Manne ehlich beizuwohnen,„der wider das Gesetz der Natur und wider das Recht auf jegliche Art seine„wollüstigen Triebe zu befriedigen suchte und wollte sich deswegen von„ihm scheiden. Jndeß ließ sie sich durch die Vorstellungen ihrer Verwand-„ten, noch länger zuzuwarten, da der Mann vielleicht noch Besserung„von sich hoffen lassen könnte, erbitten, daß sie sich Gewalt anthat und bei„ihm blieb. Da sie aber, als dieser nach Alexandrien gereist war, die
(t) Er wurde nämlich enthauptet.
(2) Dicß ist ganz sicher ein Fehler der Abschreiber; es muß heißen in der zweiten.Denn Eusebius nennt beständig die Apologie die zweite, welche in unsern Ausgaben alsdie erste steht und in dieser steht die hier angeführte Stelle gleich zu Anfang. Uebrigcnsbemerkt Valcsius sehr richtig, daß Justinus auch diese zweite Apologie nicht dem M. Aurc-lius, sondern seinem Vorfahren, Anionin dem Frommen, zugeschrieben habe. Die weiterunten vorkommenden Ausdrücke, besonders die Anrede des Lucius an den Gouverneur inRom (pi'wkoctus >»di) Urbicius, von dem es übcrdcm bekannt ist, daß er dieß Amt unterdem Antonin verwaltet habe, besagen dieß offenbar. Stroth.