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Kirchengeschichte
Entstehung
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M. Aurelius u. L. Berus. I. Ch. 168. Auicetus. isi(Zynikers (1) entsprachen, herbeigeführt worden. Nachdem Jnstinns diesenin Gegenwart vieler Zuhörer in den Unterredungen, die er mit ihm hielt,oft znrecht gewiesen hatte, erwarb er sich zuletzt durch sein Märtyrerthnmden Sicgesprcis für die Wahrheit, die er predigte. Dicß sagt dieser inder That große Philosoph selbst in der erwähnten Vertheidignngsschriftgerade so, wie es ihm auch bald darauf ergehen sollte, in folgenden Wortenvoraus:Und auch ich erwarte, daß ich von irgend einem der genanntenFeinde hinterlistig angegriffen und in das Holz eingezwängt werde (2)oder auch von Krescens, der kein Liebhaber der Weisheit, sondern derEitelkeit ist. Denn einen Philosophen darf man einen solchen Menschennicht nennen, der sich so weit versieht, daß er über Gegenstände, die er nicht,.i. ant, öffentlich etwas behauptet und gegen die Christen als Gotteöleng-N'.'r und Gottlose spricht, um sich die Gunst und den Beifall der Mengezu gewinnen. Denn wenn er, ohne die Lehrsätze Christi gelesen zu haben,g., gcn uns zu Felde zieht, so ist er grundschlecht und viel ärger als Leuteans dem gemeinen Volke, welche häufig sich hüthen, über Gegenstände, diesie nicht verstehen, zu sprechen und ein falsches Urthcil zu fällen. Hat ersie aber gelesen, jedoch die in ihnen enthaltene Herrlichkeit nicht verstanden,oder hat er sie verstanden und handelt nur so, um nicht in den Verdachtzu gerathen, er sey ein Christ, so ist er noch viel verworfener und schlechter,da er sich von einer ärmlichen und unvernünftigen Meinung und Furchtbestimmen läßt. Denn ich kann euch versichern, daß ich ihm mehrere hie-her^ gehörige Fragen vorgelegt und aufgegeben, aber befunden und ihnüberwiesen habe, daß er in der That nichts weiß. Und zum Erweis derWahrheit dieser Behauptung bin ich bereit, wenn die Gespräche, die ichmit ihm gehalten habe, nicht vor euch gekommen seyn sollten, auch ineurer Gegenwart die Fragen noch einmal vorzulegen. Die Untersuchungdürfte ein eines Kaisers nicht unwürdiges Geschäft seyn. Wenn euch abermeine Fragen und meines Gegners Antworten bereits bekannt sind, so be-darf es für euch keines Beweises, daß er gar nichts von unfern Lehrsätzenversteht oder daß er, wenn dieß der Fall seyn sollte, er aber wegen der Zn-hvrcr eS nicht zu sagen wagt, sich, wie gesagt, nicht als einen Freund derWeisheit, sondern eitlen NnhmeS darstellt, der nicht einmal des Sokra-tcS(Z) liebenswürdigen Ausspruch in Ehren hält." So weit Jnstinns.Daß aber Jnstinns in Folge der Ränke und Hinterlist des KreScens, wieer selbst es vorausgesagt hatte, seinen Tod gefunden hat, dieß erzählt

(1) Die von Antisthencs gestiftete Schule hieß die cynische oder hündische wegender ihren Anhängern eigenen ganz unverschämten Frcimüthigkcit, und der gegen die öffent-lichen Sitten und den Anstand anstößigen Unbefangenheit in Befriedigung natürlicher Be-dürfnisse.

<2) Dieß ist von einem Block zu verstehen, worein die Füße des Gefangenen gelegtwurden. Mehrcrcs davon stehe zu ö, t.

(3) Es ist schwer zu bestimmen, ob Eusebius oder seine Abschreiber diesen ausgelassenhaben, bei Justinus wenigstens steht er. Er lautet: Man muß Menschen nichthöher halten als die Wahrheit.

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