Antoninus. Jahr Christus 157. Anicetus.^ 12Z„Ccrinthus drinnen erblickt, sey er, ohne sich zu baden zur Badstube hin-„ansgeeilt und in die Worte ausgebrochen: laßt uns fliehen, die Badstnbe„möchte einfallen, da CerinthnS drinnen ist, der Feind der Wahrheit. Poly-karpus selbst begegnete einst dem Marcivn. Wie dieser nun zu ihm sagte:„sieh doch, wer ich bin! entgegnete Polykarpus: Ja, ich sehe den Erstgebor-enen des Satans. Eine solche Zurückhaltung beobachteten die Apostel und„ihre Schüler gegen diejenigen, welche die Wahrheit verfälscht hatten, daß„sie sich nicht einmal in ein Gespräch mit ihnen einließen, wie denn auch„Paulus sagt: (1) Einen ketzerischen Menschen meide nach der ersten und„zweiten Zurechtweisung, wohl wissend, daß ein solcher verkehrt ist und„sündigt als einer, der durch sich selbst verurtheilt ist. Es ist auch ein„sehr lehrreicher Brief des Polykarpus an die Philipper vorhanden, (2) aus„welchem diejenigen, welche Lust haben und für ihre Seligkeit Sorge tragen»„die Beschaffenheit seines Glaubens und die Predigt der Wahrheit kennen„lernen können." So weit Irenaus. Polykarpus bedient sich in dem er-wähnten Briefe an die Philipper, der sich bis aufsetzt erhalten hat, einigerStellen des ersten Briefes Petri. Nachdem indessen Antoninus der Fromme22 volle Jahre regiert hatte, bestieg Markus Aurelius Verus, der auchAntoninus heißt, nebst seinem Bruder Lucius, den Kaiserthron.
Fünfzehntes Hauptftück.
Wie unter VcruS Polykarpus nebst andern den Märtprcrtod in der StadtSmyrna erlitten.
Zu dieser Zeit, da sehr große Verfolgungen Asien in Bewegung setz-ten, beschloß Polykarpus sein Leben durch den Märtyrertod. Ich halte esfür höchst dringend, sein Ende, wovon sich noch eine schriftliche Darstellungerhalten hat, meiner Geschichtserzählnng einzuverleiben. Es ist ein Brief,(Z)welcher im Namen der Gemeinde, welcher Polykarpus selbst vorgestanden,den Gemeinden in Pontus sein Schicksal also erzählt: „Die Gemeinde„Gottes zu Smyrna wünscht der Gemeinde zu Philomelium (st) und allen„Gemeinden der heiligen allg. Kirche aller Orten Barmherzigkeit, Frieden
^ I. Eh. tgl. M. Aurelius und L. Berus. — I. Ch. 163.
(l) Tit. 3, 10. 11.
(2t Dieser Brief, woraus Eusebius hier einen weitläufigen Auszug gicbt, ist nochvollständig vorhanden und steht in mehreren Sammlungen der apostolischen Väter.
(3t Noch jetzt ist ein Brief des Polykarpus an die Philipper vorhanden, welcheneinige für echt, andere für interpolirt und wieder andere für unterschoben halten. Dochentscheiden sich die meisten Steuern für seine Echtheit.
(4) Man könnte daraus, daß Eusebius schreibt, der Brief scy an die Gemeinden inPontus gerichtet gewesen, zu schließen geneigt scyn, Philomelium liege in dieser Landschaft,allein es lag auf der Grenze von Großphrygicn, daher es von einigen zu diesem Lande, vonandern zu den angrenzenden Ländern Lykaonicn oder Pisidicn gerechnet wird. Stattmmrov liest Valcsius: x«ra riecur« rörron aller Orten, was jedoch nicht alsnothwendig erscheint, wen» man bedenkt, daß der Brief der Smyrnenser ein Umlaufschrei-ben war und in den Exemplaren de» Namen der Gemeinde führte, an welche es abge-sendet wurde.