122 AntoninuS. Jahr Christus 157. AulcetuS.„des Unsterblichen, welchem die Christen, die ihr bedrückt und bis auf den„Tod verfolgt, dienen. In Betreff dieses haben bereits viele Statthalter„an meinen seligen Vater geschrieben und dieser hat ihnen den Bescheid„ertheilt, dieselben nicht zu beunruhigen, wenn sie nicht offenbar etwas„wider den Staat unternehmen. Auch mir sind zahlreiche Berichte über„sie zugekommen, worauf ich ganz im Sinne meines Vaters geantwortet„habe. Sollte Jemand noch ferner einen derselben deßhalb beunruhigen,„weil er ein Christ ist, so soll der Angeklagte von der Anklage freigesprochen„werden, wenn man gleich augenscheinlich sieht, daß er ein Christ ist; der„Ankläger aber soll bestraft werden. Bekannt gemacht zu Ephesus in der„Landesversammlung." Daß dieß also geschehen ist, bezeugt Melito,Bischof von Sardes, welcher zu der damaligen Zeit lebte, wie man aus denWorten seiner höchst lehrreichen Vertheidigungsschrift für den christlichenGlauben an den Kaiser Berus (1) ersehen kann.
Vierzehntes Hauptstück.
Was von Polykarpus, dem Schüler der Apostel, erzählt wird.
Zu eben dieser Zeit, als Anicetus der römischen Gemeinde vorstand,lebte noch, wie Irenaus erzählt, Polykarpus, hielt sich einige Zeit zu Romauf und pflog daselbst mit dem Anicetus wegen einer den Tag des Passahfestesbetreffenden Streitigkeit Unterredung. (2) Eben dieser Schriftsteller gibt unsauch noch eine andere Erzählung von Polykarpus, die ich dem andern, was vonihm berichtet wird, hier beizufügen nicht umhin kann. Sie steht in seinemdritten Buche wider die Ketzereien und lautet also: „Polykarpus ist nicht„allein von den Aposteln unterwiesen worden und hat mit vielen, welche„Christum gesehen haben, verkehrt, sondern er ist auch von den Aposteln„selbst zum Bischof der Gemeinde zu Smyrna in Asien eingesetzt worden.„Auch wir haben ihn in unserer frühesten Jugend gesehen. Denn er lebte„sehr lange und starb in einem sehr hohen Alter eines glanzvollen und herr-„lichen Märtyrertodes. Er lehrte beständig das, was er von den Aposteln„gehört hatte, was auch die Kirche lehrt und was allein wahr ist. Dessen„sind Zeugen alle Kirchen in Asien und alle seine Nachfolger bis jetzt. Po-lykarpus ist ein viel glaubwürdigerer und zuverläßiger Zeuge, als Valen-„tinns, Marcion und die übrigen Jrrlehrer. Er kam auch unter AnicetuS„nach Rom, brachte viele der erwähnten Ketzer in die Kirche Gottes zurück„.und lehrte, daß er die Wahrheit, welche von der Kirche gelehrt würde, als„die einzige und alleinige von den Aposteln überkommen habe. Es gibt„einige, die von ihm erzählen gehört haben, Johannes, der Jünger deö„Herrn, sey in Ephesns einst hingegangen, sich zu baden, wie er aber den
(1) Dicß ist Markus Aurclius der Philosoph, der von den Griechen gemeiniglich Berusgenannt wird, wie ihn auch Eusebius in der Folge nennt.
(2) Das Nähere davon siehe unten 5, 24.