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Kirchengeschichte
Entstehung
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120
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I2V Autoninus. Jahr Christus 167. Anicetus.

Pontus, der noch jetzt seine Anhänger lehrt, noch an einen andern größer»Gott, als den Weltschöpfer, zu glauben. Dieser hat mit Hülfe der bösenGeister allwarts viele Menschen dahin zu bringen gewußt, daß sie Läste-rungen reden und behaupten, der Schöpfer dieses Alls sey nicht der VaterChristi, sondern ein anderer, viel größerer, habe dasselbe erschaffen.Dennoch werden, wie wir bemerkt haben, alle, die von diesem ausgegan-gen sind, Christen genannt, auf dieselbe Weise, wie den Philosophen derName der Philosophie gemein ist, so wenig auch Uebereinstimmung inihren Lehrsätzen herrscht." Sodann bemerkt Justin noch weiter:Ichhabe auch euieSchrift wider alle Ketzereien, (1) die gewesen sind, welche icheuch mittheilen will, wenn ihr sie lesen wollt." Eben dieser Justinusverfaßte auch mehrere treffende Abhandlungen gegen die Griechen und eigneteeinige andere Schriften, welche die Vertheidigung unseres Glaubens zumGegenständ haben, dem Kaiser AntoninnS, mit dem Beinamen der Fromme,und dem römischen Senat, zu. Denn er hatte seinen Aufenthalt zu Rom.Wer und woher er sey, gibt er selbst in seiner Schutzschrift also an:

Zwölftes Haupt stück.

Von der Schutzschrist des JustinuS a» Antoninus.

Dem Selbstherrscher Titus Aelins Adrianus AntoninnS dem From-men, dem Cäsar und Augustus und dem Verisstmus, seinem Sohne, demPhilosophen und dem Lucius, (2) dem leiblichen Sohne des Cäsars desPhilosophen und dem adoptirten Sohne des Frommen, dem Freunde derGelehrsamkeit, und dem geheiligten Senate und dem gesummten römischen.Volke übergibt und widmet diese Schrift für die vom ganzen Menschenge-schlecht nngerechterweise Gehaßten und Verleumdeten einer aus ihrer Zahl,Justinus, der Sohn des Priskas, des Sohnes des Bacchius, ans FlaviaNeapolis(Z) im palästinischen Syrien." Da derselbe Kaiser auch von

(l) Es bleibt ungewiß, ob Justinus hier eine Schrift meint, die er selbst geschrieben(wovon doch Eusebius unter Hauptstück'18. nichts meldet) oder die von einem andern her-rühre.

<2) Lucius war ein leiblicher Sohn des Casar Aclius Berus, den Adrianus an Soh-nes statt angenommen hatte. Als dieser starb und Adrianus den Antoninus Pius adop-tirtc, so that er es unter der Bedingung, daß Pius wiederum den Markus und Luciusadoptiren solle, wie Spartianus und Kapitolinus melden. Andere sagen indessen, daßLucius von Markus adoptirt sey, wie Kapitolinus in dem Leben des Markus erzählt.Daher können wir in diesen Worte» des Justinus unter dem Cäsar dem Philosophen keinenandern verstehen, als den von Adrianus adoptirten Aclius Berus. Denn Justinus sagt,Lucius sei) ein leiblicher Sohn des Cäsars des Philosophen gewesen und ein angenommenerSohn des Antoninus Pius. Nu» ist aber bekannt, daß Lucius ein leiblicher Sohn desAclius Berus gewesen, also kann unter dem Namen Cäsars des Philosophen kein andererals Aelius Berus verstanden werden. Denn wenn wir hierunter den Markus verstehenwollten, so müßte man sagen, daß sich Justinus geirrt hätte, da er doch nur sein ange-nommener Sohn war. Wie ließe sich aber ein solcher Jrrthum bei Justinus denken?

Valesius.

(3) Früher Sichem, damals Hauptstadt von Samaria.