AntoninuS. I. Chr. 1Z9 —145—144—154—157. Hyginus." 119auch den unermeßlichen Abgrund der vielfachen Jrrthümer des DalentinuSin Betreff der Materie (l) mit vielem Nachdrucke auf und zieht die heim-liche, fein verborgene Bosheit dieser lauernden Schlange ans Licht. Ueber-dieß erwähnt er noch eines andern, der zu dieser Zeit gelebt habe, NamensMarkus, (2) der in magischen Taschenspielereien sehr erfahren gewesen sey.Er spricht auch von ihren unheiligcn Einweihungen und von ihren abscheu-lichen Geheimnissen, welche er wörtlich also beschreibt: „Einige von ihnen„bereiten ein Brautbett und verrichten die Einweihung mit Aussprechung„gewisser Worte über die Einzuweihenden, und nennen das, was sie thun,„eine geistliche Vermählung nach dem Vorbilde der himmlischen Ehen. (Z)„Andere führen sie zum Wasser und sprechen, während sie taufen, die„Worte: Auf den Namen des unbekannten VaterS aller Diiige, auf die„Wahrheit, die Mutter aller Dinge, und auf den , der auf Jesus herab-„gekommen ist. Andere aber sprechen dabei verschiedene hebräische Worte,„um die Eingeweihten in ein desto größeres Erstaunen zu versetzen." Nach-dem Hyginus nach vierjähriger Amtsverwaltung gestorben war, so wurdePius Bischof zu Rom. In Alexandrien aber wurde Markus zuän Bischoferwählt, nachdem Eumenes dieses Amt im Ganzen 13 Jahre verwaltethatte. Als auch Markus nach lojähriger Amtsführung verschied, so über-kam Celadion die Leitung der alexandrinischen Gemeinde. Nach Pius, derim 15ten Jahre seines Amtes verschied, kam Anicetns an die Spitze derrömischen Kirche. Zu seiner Zeit kam Hegesippus nach Rom, wie er selbsterzählt, und hielt sich daselbst auf bis zu der Zeit, als Elentherus Bischofwurde. Besonders aber blühte damals Justinus, der in der Gestalt einesPhilosophen (4) das göttliche Wort lehrte und in seinen Schriften für denGlauben stritt. Dieser verfaßte auch eine Schrift gegen Marcivn, worin ermeldet, daß dieser Mann zur Zeit der Abfassung derselben noch am Leben war.Seine Worte sind folgende: „Wir kennen auch einen gewissen Marcion aus
* Anicctus, neunter Bischof zu Rom.
(1) Aus dem, was uns Irenaus und OrigeneS hicvon melden, scheint er die Ewigkeitder Materie behauptet zu haben; seine Vorstellung von der Ausbildung der Materie ist sehrsonderbar. Eine seiner Aconcn verließ das Pleroma oder den Raum, wo sich die ZH Aconenaufhielten, und versank in die Materie, wo sie durch Hülfe des Aeon Jesus, der sich ihrererbarmte, durch allerlei Modifikationen, die sie selbst erfuhr, als Weinen, Lachen :c., dieseKörperwelt ausbildete. Gedachte 30 Aconcn wurden in drei Klassen eingethctlt und warenhalb männlichen, halb weiblichen Geschlechts. Uebrigens handeln Jrcnäus und Epiphaniusvon diesem Valentinas und seinem Lehrgebäude sehr ausführliche Er war der vornehmsteunter den Stiftern gnostischcr Parteien und eignete sich den Namen eines Gnostikersvorzüglich zu. Wir haben auch von keinem gnostischcn System so viele Nachrichten, wievon dem sinnigen. Stroth.
(2) Markus trug seine Lehren in einem Gedichte vor, worin er die Aconcn redendeinführte und sein System noch tiefer zu begründen suchte, als Valcntinus. Nach kabbali-stisch-jüdischer Art suchte er besondere Mysterien in der Zahl und Stellung der Buchstaben.
(31 Nach der Vorstellung der Valentinianer machten die 30 Aeonen wirklich 15 Ehe-paare aus.
(4) D. h. er behielt, wie mehrere andere heidnische Philosophen, die sich dem Ehn-stcnthum zugewandt hatten, den Philosophenmantcl bei. Dieß verschaffte ihnen theils eingrößeres Ansehen bei dem Volke, theilS mehr Gelegenheit, sich aus Spaziergängen, öffent-lichen Plätzen :c. in philosophische oder religiöse Gespräche ciniaffen zu können und durchdiese dem Evangelium in den Gcmüthern einen Weg zu bahnen.