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Kirchengeschichte
Entstehung
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118
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118 Antoninus. I. Chr. 15S. Hyginus, achter Bischof in Rom.daß sie sich gegen die Gesetze vergangen haben, so bestimme in diesem Fallenach der Größe der Schuld. Wenn aber Jemand ans bloßer Verleumdungdergleichen vorbringt, dann bestimme, beim Herkules! über dieses Ver-brechen und sorge für dessen Bestrafung." Dieß ist der Inhalt des Schrei-bens des Kaisers Adrianus.

Zehntes Haupttiück.

Was für Bischöfe unter der Regierung des Antoninus zu Rom und Alexandrien

gewesen.

Nachdem Adrianus nach einer 21jährigen Regierung gestorben war,so wurde Antoninus, mit dem Beinamen der Fromme, sein Nachfolger aufdem römischen Kaiserthrone. Im ersten Jahre dieses Kaisers starb Teles-phorns im eilften Jahre seines bischöflichen Amtes und Hyginus erhielt denrömischen Bischofsstuhl. Irenaus erzählt, daß Telesphorus sein Endedurch den Märtyrertod verherrlicht habe. An derselben Stelle berichtet erauch, daß zu den Zeiten des genannten römischen Bischofs Hyginus Valen-tinus, der Stifter einer eigenen Sekte, so wie Cerdo, der Urheber dermarcionitischen Jrrthümer,(l) in Rom in Ruf gestanden seyen. SeineWorte sind folgende:

Eilstes Hauptstück.

Bon den Sektcustistcrn der damaligen Zeiten.

Valentinus kam nach Rom unter Hyginus, blühte unter Pius underlebte noch den Anicetus. Cerdo aber, der Vorläufer des Marcion, lebteebenfalls unter Hyginus, welcher der neunte Bischof zu Rom war. Erbegab sich in den Schoos der Kirche und bekannte seine Jrrthümer, machtees aber so, daß er bald heimlich lehrte, bald wiederum widerrief, baldseiner schlechten Lehre überwiesen und von der Gemeinschaft der Brüderausgeschlossen wurde." Diese Nachricht gibt uns Jrenäus in seinem drit-ten Buche wider die Ketzereien. In seinem ersten Buche meldet er ebenfallsvon Cerdo Folgendes:Ein gewisser Cerdo, der sich in der Schule der Si-montaner gebildet hatte, hielt sich unter Hyginus, der in der Bischofsreiheder neunte von den Aposteln an war, zu Rom auf. Er lehrte, der vondem Gesetz und den Propheten verkündigte Gott sey nicht der Vater nusersHerrn Jesu Christi. Denn jener sey ein bekannter, dieser aber ein nnbe-kannter, jener ein gerechter, (2) dieser aber ein ungerechter Gott. SeinNachfolger war Marcion aus Pontus, welcher seine Schule weiter verbrei-tete und auf die schamloseste Weise lästerte." Eben dieser Jrenäus deckt

s> > Cerdo wird hier so genannt, weil Marcion die Hauptidcen seines Systems, soweit es gnostisch ist, von Cerdo annahm.

(2) Nämlich juridisch gerecht.