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Kirchengeschichte
Entstehung
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116
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II« Advianus. Jahr Christus 135. Telesphorus.

A rh t e s H a u p t st ü rk.

Was für Kirchcnschriftstcllcr damals gcwcscn.

Unter diesen machte sich Hegesippus(l) bekannt, den wir oben schonmehrmals angeführt haben, da wir verschiedene Vorgänge aus den Zeitender Apostel nach seiner Aussage erzählten. Dieser verfaßte eine Erklärungder wahren Ucbsrlieferung der apostolischen Lehre in fünf Büchern in einerhöchst ungekünstelten Schreibart. Die Zeit, zu der er lebte, gibt er in derStelle zu erkennen, wo er von denen, die anfänglich Götzenbilder errichtethaben, spricht. Dort heißt es:Denen sie, so wie bis jetzt, Ehrengrab-mäler und Tempel errichtet haben. Unter diese gehört auch Antinous, derSklave des Kaisers Adrianus, (2) dem zu Ehren man auch das antinvischeKampfspiel hält , HZ) das auch zu unfern Zeiten gefeiert worden ist. Auchließ der Kaiser eine Stadt anlegen, die seinen Namen trägt hg) und ord-nete ihm zu Ehren Propheten an." (5) Um diese Zeit lebte auch JustinuS,ein echter Liebhaber der wahren Philosophie, aber damals noch eifrig mitder griechischen Gelehrsamkeit beschäftigt. Er bemerkt diese Zeit selbst in sei-ner Verteidigungsschrift an den Kaiser Antoninus, wenn er sagt:Wirhalten cS nicht für unpassend, hier auch des Aulinouö zu gedenken , der zuunserer Zeit gelebt hat, den alle als einen Gott zu verehren aus Furchtsich beeiferten, wiewohl sie wußten, wer und woher er war." DerselbeJustinus erwähnt auch des damaligen jüdischen Krieges und schreibt davonalso:Denn in dem neulichen jüdischen Kriege ließ Barchochebas, der Ur-heber des jüdischen Aufstandeö, die Christen allein (6) mit den härtestenStrafen belegen, wenn sie nicht Jesum Christum verleugneten und schmäh-ten." In eben dieser Schrift erzählt er auch seinen Uebertritt von dergriechischen Philosophie zum Christenthum und zeigt, daß er diesen Schrittnicht ohne Grund, sondern mit aller Ucberlegung gethan hat.Ich warselbst," sind seine Worte,ein Anhänger der platonischen Lehre; da ichaber die Christen schmähen horte, indeß aber sah, wie sie furchtlos demTod und allen Schrecknissen entgegengingen, so schloß ich, es sey unmög-lich, daß diese Leute in Bosheit und Wollust leben sollten. Denn welcherWollüstling oder welcher Unmäßige, welcher, dem das Speisen von Men-

(1) Ganz richtig bemerkt Walesius, daß Hegcsippus noch nicht hiehcr gehöre, sonder»in die Regierung des Markus Aurclius, da er selbst sagt, daß er zur Zeit des römischenBischofs Eleutherus gelebt; siehe unten Hauptstüek 22. Stroth.

(2) Entweder wegen der ausgezeichneten Schönheit des Knabe» oder weil er als einSühnopfer für ihn starb.

(A Es wurde nach dem Zeugnis des Pausanias alle fünf Jahre zu Mantinca in Ar-kadien gefeiert., Valesius.

(4) Die Stadt Antinopolis in Heptanomis oder Mittelägvptcn.

(5) So hießen in Aegypten, wo Antinous hauptsächlich verehrt wurde, die Oberpriester.

(6) Dieß allein ist, wie Munter bemerkt, nicht so zu verstehen, daß er nicht auchgrausam gegen die Römer und Griechen gewesen, allein er peinigte besonders die Christenaus Rcligionshaß, wenn er sie nicht zum Abfall bewegen konnte. Ucbrigcns setzte BarCochba den Christen auch wegen ihrer Weigerung, am Aufstände Khcil zu nehmen, sohart zu.