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Kirchengeschichte
Entstehung
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115
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Adriauns. Jahr Christus 135. Telesphorus. IIS

Geheimlehre oder vielmehr ihres Gräuelsystcms eindringen wollten, alleSchaudthateu verüben müßten, indem man sich auf keine andere Art von denWeltbeherrschern, wie sie sich ausdrückten, frei machen könnte, als wennman jeglichem seine Gebühr durch schändliche Handlungen entrichte. DieserLeute bediente sich also der schadenfrohe Teufel als seiner Werkzeuge, umeinestheilS die von ihnen auf eine so jämmerliche Weise Verführten zuSklaven des Verderbens zu machen, anderntheits aber den ungläubigenHeiden reichlichen Stoff zu Verunglimpfung des göttlichen Wortes zu geben,indem der von jenen ausgehende schlechte Ruf zum Schimpf der ganzenChristenheit sich verbreitete. Daher kam es denn hauptsächlich, daß sichin Betreff unserer bei den damaligen Heiden die eben so ungereimte alsgottlose Meinung verbreitete, daß wir mit Müttern und Schwestern einensträflichen Umgang pstögen und daß wir verabschcuungöwürdige Speisen (1)genößen. Jndeß durfte er sich nicht lange dessen freuen, da sich die Wahr-heit selbst bestätigte und empfahl und im Verlaufe der Zeit in hohem Glänzeleuchtete. Die Erfindungen der Widersacher wurden durch ihre eigenenWirkungen widerlegt und verschwanden. Denn eine Sekte trat nach derandern mit Neuerungen hervor, jedesmal zerstoßen die frühern und löstensich in vielfache und viclförmige Gestalten, die eine auf diese, die andereauf jene Art, die eine zu dieser, die andere zu jener Zeit, auf, und gingenunter; die aber immer sich gleich und dieselbe bleibende Herrlichkeit der all-gemeinen und allein wahren Kirche gewann immer mehr an Größe undZuwachs und verbreitete den Glanz ihrer Würde, ihrer Lauterkeit und ihresAdels, so wie der Vernunftmäßigkeit und der Reinheit der Verfassung undLehre der Christen über alle Griechen und Barbaren. Mit der Zeit verlorsich auch die gegen das ganze Christenthnm erhobene Verleumdung und nurunsere überall herrschende Lehre, welcher in Betreff der Würde, der Ver-nunftmäßigkeit und der göttlichen und philosophischen Lehrsätze allgemeinder Vorzug zugestanden wird, hat sich erhalten. Daher wagt jetzt niemandmehr, eine garstige Lästerung gegen unfern Glauben oder irgend eine solcheVerleumdung vorzubringen, wie sie in srühern Zeiten unsere Gegner so gernesich ihrer bedient haben. Uebrigens hat auch damals die Wahrheit wiederumeine große Anzahl Verfechter aufgestellt, welche nicht allein mit mündlichenWiderlegungen, sondern auch mit schriftlichen Beweisen gegen die gottver-gessenen Ketzereien kämpften.

(t) Neben dem Vorwurf des Atheismus waren die zwei Hauptbcschuldigungcn vonSeiten der Heiden gegen die Christen das Essen von Menschenfteisch und ein strafbarerUmgang mit Müttern und Schwester». Veranlassung dazu scheinen ihre bekannten Liebcs-mahle und ihre anfangs geheimen und nächtlichen Zusammenkünfte gegeben zu haben. DieOrthodorcn suchten dagegen diese Verbrechen den Häretikern aufzubürden, indcß nicht zuihrem Vortheile, da die Heiden die verschiedenen Sekte» unter den Christen weder un er-scheiden konnten, noch sich sie zu unterscheiden die Mühe nahmen.

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