Adrianus. Jahr Christus IIS. Telesphorus. IISStifter zweier verschiedener Sekten aufstellte, nämlich den SaturninuS ausAntivchien und den Basilides ans Zllerandria, von welchen der eine inSyrien, der andere in Aegypten Schnlen gottloser Ketzereien gründete.SaturninuS soll nach Irenaus in den meisten Stücken seiner falschen Lehremit Menänder übereingestimmt, (I) dagegen Bastlides unter dem Scheintieferer Geheimnisse dnrch Erdichtnng abenteuerlicher Fabeln, welche seinegottlose Ketzerei enthielt, seine Lehrsätze in das Unendliche ausgedehnt haben.Da nun zu dieser Zeit sehr viele Kirchenlehrer für die Wahrheit kämpftenund die apostolische und kirchliche Lehre mit großer Gewandtheit verteidig-ten, so gaben auch schon damals einige von ihnen durch ihre Schriften derNachwelt Verwahrungsmittel gegen die eben genannten Ketzereien. Vondiesen ist des Agrippa Kastor, eines damals sehr berühmten Schriftstellers,schlagende Widerlegung des Basilides auf uns gekommen, worin er dieschreckliche Betrügerei dieses Mannes aufdeckt. Indem nun Kastor dieGeheimnisse des Basilides an das Licht bringt, berichteter, daß derselbe2ä Bücher über das Evangelium (2) geschrieben habe. Auch habe er sichselbst Propheten erdichtet, den Barkabba und Barkoph, so wie noch einigeandere, die gar nie in der Wirklichkeit cxistirt hätten, und habe denselben,um bei denjenigen, die dergleichen bewunderten, Erstaunen zu erregen, bar-barische Namen beigelegt. (Z) Ferner habe er gelehrt, es habe nickts auf
(t) Nämlich es sey ein höchster, Allen unbekannter Gott, der Engel und Erzengel,Kräfte und Mächte erschaffen. Diese Körpcrwclt aber mit Allem, was darin ist, sey vongewissen sieben Engeln gemacht worden. Diese hatten von oben heräb von der höchstenGottheit ein glänzendes Bild gesehen, welches sie hätten nachahmen wollen und deßwegcnzu einander gesagt hätten, wir wollen einen Menschen machen nach unserem Bilde. Essey aber ein elendes, unvermögendes Geschöpf daraus geworden, das nicht einmal aufrechthätte gehen können, sondern zu kriechen gcnöthigt gewesen. Dieß habe die höchste Kraftgedauert und sie habe deswegen einen Lebensfunken vom Himmel herab in den Menschengeschickt, welcher nach dem Tode desselben wieder in die Gcistcrwclt zurückkehrte. Diesesieben Engel hätten sich hernach über der Herrschast der Körperwelt entzweit und einer vonihnen, der der mächtigste gewesen, habe die Oberhand behalten und sey der Judengott ge-worden. Irenaus Buch 1, Kapitel 22. Dieser Judengott habe sich selbst von Tag zuTag verschlimmert und da sey auf gemeinschaftlichen Rath aller Gcisterkräste der Erlöservom Vater gesandt worden, den Judengott zur 'Raison zu bringen und denen, die an ihnglaubten, die Seligkeit zu geben. Epiphanias in der 23sten Ketzerei, Seite 63. Christushabe aber keinen wirklichen Körper gehabt, sondern habe nur in einem angenommenenSchcinkörper gelitten. Tertullian ele praoscripl. Iiaoratle., c. älZ. Es wären zweierleiMenschen erschaffen worden, gute und böse. Die Weissagungen der Propheten rührtenthcils von den Engeln her, die die Welt erschassen hätten, besonders von dem Judengott,theils auch von den Teufeln. Das Heirathen und Kindcrzcuzcn sey ebenfalls vom Teufel.Irenaus am angeführten Ort. Es gebe keine Auferstehung des Fleisches. Tertullian. Sicenthielten sich auch ihren Grundsätzen gemäß des Heirathcns. Stroth.
(2) Eusebius sagt nicht, über welches Evangelium er diese Buchen geschrieben. Viel-leicht über sein eigenes. Denn Basilides hatte selbst ein Evangelium geschrieben und dem-selben seinen Namen vorgesetzt.
(3) Dahin gehört auch der Name Abraxas, welchen er Gott, „dem allgemeinen undungezeugten Vater," beilegte. Sein System war nach der Darstellung von Berthold fol-gendes: „Aus dem höchsten Wesen sind durch Emanation sieben große Aeonen hervorgc-„gangen, nämlich die Aeonen: Verstand, SV ort, Klugheit, Weisheit, Macht,„Friede und Gerechtigkeit. Die zwei Aeonen, Weisheit und M acht, zeugten„die erste Gattung von Engeln oder Geistern; diese zeugten wieder eine andere Klasse und so„ging denn die Produktion fort, bis 365 Klassen von geistigen Kräften oder Engeln, die„immer weniger Vollkommenheit hatten, vorhanden waren. Eben so viele Himmel waren„auch für sie vorhanden und über sie alle war ein mächtiger Fürst gesetzt, welchen Basilides
Eusebius Kirchengeschichte. 8