112 Adrianus. Jahr Christus ZZZ. Telesphoru-Z.
Anfanger des tollen Unternehmens die gebührende Strafe erlitten hatte, (1)so wnrde, wie Ariston von Pelka erzählt, dem ganzen Volke durch eineVerordnung und einen Befehl des AdriannS von dieser Zeit an verboten,die Gegend um Jerusalem nur zu betreten, (2) weil der Kaiser wollte, daßsie auch nicht einmal ans der Ferne den heimathlichen Boden sehen sollten.Nachdem also die Stadt Jerusalem von Inden entblöst war und ihrebisherigen Einwohner gänzlich verloren hatte, so wnrde sie von andern Na-tionen bevölkert und die später hier sich erhebende römische Stadt vertauschteden bisherigen Namen Jerusalem, dem Kaiser Aelius Adrianns zu Ehren,mit dem Namen Aelia. Da nun auch die dortige Gemeinde sich ans Heidenbildete, so war Markus der erste, der nach den Bischöfen aus der Beschnei-dung die Leitung der dortigen Gemeinde überkam.
Siebentes Hauptstü ck.
Was für Urheber der fälschlich sogenannten Erkenntniß damals HZ) gewesen.
Während bereits gleich den glänzendsten Gestirnen die Gemeinden inder ganzen Welt leuchteten und der Glaube an unfern Herrn und Erlöserunter der ganzen Menschheit blühte, wandte der das Gute hassende Teufel,als ein Feind der Wahrheit, der unaufhörlich dem Heile der Menschen ent-gegenarbeitet, alle Künste gegen die Kirche an. Wenn er sie anfänglichvon außenher mit Verfvlgungen angriff, so bediente er sich jetzt, da ihmdieses Mittel benommen war, schlechter und betrügerischer Menschen alsseelenverderbender Werkzeuge und als Diener des Verderbens und suchteeinen andern Weg, durch List den Sieg zu gewinne», indem er Alles an-wandte, daß die unfern Neligionsnamen sich anmaßenden Betrüger undVerführer theils diejenigen von den Gläubigen, welche sie an sich zogen,in den Abgrund des Verderbens führen, theils die mit unserem GlaubenUnbekannten durch die Thaten, welche sie verübten, von dem Wege zurseligmachenden Lehre abwendig machen sollten. Demnach kam von Menan-der, der, wie wir oben (ä) erzählt haben, der Nachfolger Simons war,ein gewisses zweizüngigeö, schlangenartiges Ungeheuer hervor, welches die
(1) Mehrere Rabbiner lassen ihn von indischer Hand sterben seiner Verbrechen wegen,oder weil er sich nicht als Messias habe lcgitimircn können. Dem Abulpharagius zufolgekam er in Jerusalem um.
(2t Einige Kirchenschriststellcr erzählen dennoch, daß es ihnen einmal im Jahre, amTage der Zerstörung Jerusalems, für Geld, das sie der Besatzung geben mußten, erlaubtgewesen, nach Jerusalem zu kommen und das ung ückliche Schicksal dieser Stadt zu be-weinen. Stroth. Das im Texte erwähnte Verbot bestand noch zu Tertullians Zeitenim Anfange des dritten Jahrhunderts.
(3) Oder Gnosis, in Beziehung auf die Gnostiker eine höhere spekulative Religions-philosophie überhaupt oder, von dem Standpunkte der orthodoxen Kirche ausgegangen, einesolche Philosophie, die sich auf den Flügeln der Phantasie in ein transsccndcntes, über-fchwängiichcs Gebiet der Spekulation verirrt und eben dadurch den wahren Geist der Re-ligion aufhebt. Wie man auS 1 Timoth. 6, 20. verglichen mit l, 3. sieht, so begannenschon im apostolischen Zeitalter die gnostischcn Systeme und Parteien sich zu bilden.
(4) 3, 26.