Adrianus. Jahr Christus 129-131-135. Xystus.'" IIIsiebente Johannes, der achte Matthias, der nennte Philippus, der zehnteSeneka, der eilfte Jnstns, der zwölfte Levi, der dreizehnte Ephres, dervierzehnte Joseph und der fünfzehnte und letzte Judas. Dies; sind die Bi-schöfe der Stadt Jerusalem (1) von den Aposteln an bis zur benannten Zeit,sämmtlich aus der Beschueidnng. Im zwölften Jahre der'Regierung desKaisers Adrianus hatte Xystus, der zehn Jahre laug den bischöflichen Stuhlzu Rom eingenommen hatte, den TelesphvruS, welcher der siebente nachden Aposteln war, zu seinem Nachfolger. Ein Jahr und einige Monatespäter bekam bei der sechsten Wahl in Alexandrien Eumsnes die Leitung derdortigen Gemeinde, nachdem sie sein Vorgänger 11 Jahre besessen hatte.
Sechstes Hauptftück.
Die letzte Ucberwältigung der Juden unter AdrianuS.
Als indeß die Empörung der Juden (2) wiederum mit großer Heftig-keit entbrannte und um sich griff, machte sich Nufns, der Statthaltervon Judäa, nachdem ihm Hülfstruppen vom Kaiser zugeschickt worden,ihren Wahnsinn ungesäumt zu Nutzen, zog gegen sie ans, tödtete ohne Un-terschied Taufende (3) von Männern, Weibern und Kindern und brachteihre Landcreicn nach dem Kriegsrechte in seine Gewalt. Anführer der Ju-den war damals ein gewisser Barchocheba (welcher Name einen Stern (4)bedeutet), ein blutgieriger, raubsüchtigcr Mann, der ihnen jedoch alsSklaven wegen seines Namens vorzugaukeln wußte, er sey ein Stern, ihnengesandt vom Himmel, um ihnen in ihrem Unglücke zu leuchten. Am hef-tigsten loderte die Kriegsflamme im 18ten Jahre der Regierung des Adria-nus bei Bitthera, einer sehr festen und nicht weit von Jerusalem (5) ent-fernten Stadt. Da die Belagerung sich in die Länge zog und die Aufrührerdurch Hunger und Durst in das äußerste Elend geralhen waren, auch der
" Tclcsphorus, siebenter Bischof in Rom.
(1) Sic hießen zwar Bischöfe zu Jerusalem, weil ihre Gemeinde größtcntheils au§Leuten bestand, die von Jerusalem herstammten, sonst aber hatten sie ihren Sitz in Pclla;denn Jerusalem lag in seinen Ruinen. Stroth.
(2) Spartianus in Hadrians Leben, Aap. 13., gibt als Ursache des Aufstandcs das Verbotder Beschueidnng an (durch dieses Verbot der Bcschncidung, als des charakteristischen Zei-chens ihrer Rationalitat, suchte Adrianus die Juden als solche auszurotten und mit denübrigen Völkern des Reiches zu verschmelzen); Dio Kassius 09, 12. den Entschluß desAdrianus, Jerusalem zur römischen Kolonie zu machen.
(3) Nach Dio Kassius 69, 14. sielen außer den durch Hunger, Krankheiten :c. Um-gekommenen 589,9(19 Juden mit den Waffen in dcr Hand, und 59 ihrer Burgen nebst 985ansehnlichen Dörfern wurden zerstört.
(41 Er hieß wahrscheinlich zuerst Simon (unter welchem Namen wir Münzen vonihm hätten). Der Name Bar Cochba, Sohn des Gestirns, wurde ihm beigelegt, weil eroder seine Anhänger behaupteten, durch ihn sey die Weissagung Bilcams 4. B. Mos. 24, 17.von dem Gestirne, das aus Jakob aufgehen werde, erfüllt worden. Aber nach seiner ver-unglückten Unternehmung wurde er Bar Eoziba, der Lügcnsohn, genannt.
(5) Diese Stadt oder vielmehr die Trümmer derselben war selbst von den Juden einigeZeit besetzt, aber von de» Römern wiedergenommen und dann erst völlig zerstört worden.