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Kirchengeschichte
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106
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106 Trajanns. Jahr ChrlstuS 108. Evarcstus.

theile, wie das lebendige, tiefer sich einprägende Wort." Hiebei verdientbemerkt zu werden, daß der Name des Johannes zweimal aufgezählt wird.Den ersten nennt er in Verbindung mit Petrus, Jakobns, Matthäus, undden übrigen Aposteln und bezeichnet dadurch deutlich den Evangelisten; denandern Johannes aber zählt er nach gemachter Abtheiluug Andern nicht inder Zahl der Apostel befindlichen bei und setzt ihm den Aristion vor, nenntihn auch deutlich einen Presbyter. Dadurch wird somit auch die Erzählungderer als wahr bestätigt, welche sagen, daß es in Asien zwei Männer gege-ben habe, welche denselben Namen geführt und daß in EphesuS zwei Grab-mäler vorhanden seye», welche beide noch jetzt Grabmäler des Johannesheißen. Dieß darf man nicht außer Acht lassen. Denn es ist wahrschein-lich, daß der zweite die unter dem Namen des Johannes bekannte Offenba-rung geschaut hat, wenn man dieß von dem erstern nicht sollte zugebenwollen. Papias, von dem wir hier sprechen, gesteht also, daß er die Redender Apostel von ihren Schülern überkommen, bemerkt hingegen, daß er denAristion und den Presbyter Johannes selbst gehört habe. Er führt siewenigstens häufig mit Namen an und räumt ihren Ueberlieferungen einenPlatz in seinen Schriften ein. Und diese Nachricht, die ich hier gegebenhabe, wird, wie ich glaube, nicht unnütz seyn. ES möchte indeß nicht un-angemessen seyn, den angeführten Stellen des Papias noch einige anderebeizufügen, worin er einige wunderbare Dinge erzählt, die er aus derUeberliefernng wissen will. Daß der Apostel Philippus mit seinen vierTöchtern zu Hierapolis sich aufgehalten hat, ist oben erzählt worden. Jetztmüssen wir noch anzeigen, wie Papias, ihr Zeitgenosse, eine wunderbareErzählung von den Töchtern des Philippus gehört zu haben berichtet. Ererzählt nämlich, daß damals einer von den Tobten auferstanden sey undsodann noch ferner einen andern wunderbaren Umstand, der sich mit Justus,mit dem Beinamen Barsabas, ereignet; daß dieser nämlich ein tödtlicheSGift getrunken, aber durch die Gnade des Herrn keine uachtheiligen Folgendavon empfunden habe. Von diesem Justus erzählt die Apostelgeschichte,daß ihn die heiligen Apostel nach der Himmelfahrt Christi nebst dem Mat-thias aufgestellt und über sie gebetet haben, daß sich für einen derselbendas LooS entscheiden möchte, um die Zahl der Apostel an der Stelle desVerräthers Judas wieder zu ergänzen. Die Worte lauten also:(1)Und siestellten zween auf, den Joseph, genannt Barsabas, mit dem BeinamenJustus, und den Matthias, beteten und sprachen:c.« Auch führt Papiasnoch Anderes, als durch die mündliche Ueberliefernng zu seiner Kenntnißgelaugt, an, nämlich einige unbekannte Gleichnisse und Lehren des Erlösersnebst Einigem, das noch mehr dem Gebiete der Fabel angehört.Dahin gehört auch seine Behauptung, es werde nach der Auferstehung derTobten ein Zeitraum von 1000 Jahren seyn, in welchem ein leibliches Reich

(1) Apostelgesch. 1, 23. 24.