Trajauus. Jahr Christus 108. C'varestus. 1V55?ebräer geschrieben Hai, so behaupten Einige, der Evangelist Lukas, Andereaber, dieser Kleinens habe ihn übersetzt. Das letztere mochte wohl wahr-scheinlicher seyn, theilö weil die Art des Ausdruckes in dem Briefe desKlemens, so wie in dem an die Hebräer dieselbe ist, theils weil in beidendie Gedanken nicht sehr verschieden sind. Es ist noch zu bemerken, daß esauch noch einen zweiten dem Klemens zugeschriebenen Brief gibt; allein wirwissen, daß die Echtheit desselben nicht so, wie die des ersten, anerkannt ist,,und daß auch nicht Einer der Alten desselben sich bedient. Ueberdieß habenEinige in neuester Zeit noch andere wortreiche, weitläufige Schriften unterdes Klemens Namen an den Tag gebracht, welche Gespräche des PetrnSund Apion enthalte»; allein bei den Alten findet sich gar keine Spur vonihnen und sie haben im geringsten nicht das Gepräge der apostolischen Necht-glänbigkeit. Der als echt anerkannte Brief des Klemens nun ist hinläng-lich bekannt. Eben so haben wir auch von den Schriften des Ignatius undPolykarpus zur Genüge gesprochen.
Neuunnddreißigstes Hauptstück.
Von den Schriften des PapiaS.
Die Schriften des Papias sind fünf an der Zahl und führen den Titel:Erklärung der Aussprüche des Herrn. Ihrer erwähnt auch Jre-näns als des einzigen, was Papias verfaßt habe, mit folgenden Worten:»Dieß bezeugt auch schriftlich Papias, ein Zuhörer des Johannes und«Freund des Polykarpus, ein alter Schriftsteller, im vierten seiner Bücher.„Denn er hat fünf Bücher verfaßt.« So weit Jrenäns. Jndcß Papiasselbst sagt in der Vorrede zu seinen Büchern, daß er keineswegs selbst einZuhörer der heiligen Apostel gewesen und sie mit eigenen Augen gesehenhabe, bemerkt aber, daß er die Glaubenslehren von ihren Freunden bekom-men habe. Er bestätigt dieß mit folgenden Worten: „Ich werde es mich„nicht verdrießen lassen, das, was ich einstens von den Aelteren gut gelernt„und wohl im Gedächtnis; behalten habe, mit den Erklärungen für dich anf-„znsetzen, um so die Wahrheit davon zu bestätigen. Denn ich habe mich„nicht, wie die meisten thnn, an diejenigen gehalten, welche viel sprechen,„sondern an die, welche die Wahrheit lehrten; nicht an solche, welche„fremde, sondern an diejenigen , welche die vom Herrn selbst zum Glanben„ertheilten und der Wahrheit selbst entquellenden Lehren vortrugen. Traf„ich nun Jemanden, der die Aelteren gekannt hatte, so fragte ich ihn sorg-„fältig nach den Reden derselben: Was hat Andreas oder was hat Petrus„gesagt, oder Philippus oder Thomas oder Jakobns, oder was Johannes„oder Matthäus oder sonst irgend ein anderer von den Jüngern des Herrn,„oder was sagen Aristion und der Presbyter Johannes, die Jünger des„Herrn ? Denn Bücher bringen mir meiner Anficht nach nicht dieselben Vor-