104 Tvajanus. Iahv ChristuS 108. Cvavcstus.
Seelen von der eifrigsten Liebe zur Philosophie (1) durch Einwirkung desgöttlichen Wortes ergriffen waren, batten schon vorher der Aufforderungdes Erlösers Genüge (2) gethan und ihr Eigenthum unter die Durfligenvertheilt. Sodann machten sie sich auf Reisen und verrichteten das Geschäftvon Evangelisten, indem sie denjenigen, welche noch gar nichts von demWorte des Glaubens vernommen hatten, Christum zu verkundigen und dieBücher der heiligen Evangelien ihnen mitzutheilen (5) eifrigst sich angelegenseyn ließen. Wenn diese nur den Grund des Glaubens in fremden Länderngelegt hatten, so bestellten sie andere als Hirten und vertrauten diesen diePflege der neuen Pflanzung; sie selbst aber wandten sich, von der Gnadeund Mitwirkung Gottes geleitet, andern Ländern und Völkern zu. Dennes wirkten noch damals sehr viele Wunderkräfte des göttlichen Geistes durchsie, so daß gleich beim ersten Anhören ihrer Predigt plötzlich ganze Schaarenden Glauben an den Schöpfer der Welt mit der größten Bereitwilligkeit insich aufnahmen. Da es uns aber unmöglich ist, die Namen aller dererherzuzählen, welche in dem auf die Apostel folgende» Zeitalter in allenGemeinden auf der Welt Hirten oder Evangelisten gewesen sind, so werdeich billig nur die Namen derjenigen in meiner Geschichte bemerken, vonwelchen die Ueberlieferung der apostolischen Lehre in schriftlichen Denkmä-lern bis auf uns gekommen ist.
A ch tn n d d r e i j) i Z st e s Hauptst ü ck.
Von dein Briefe des Klemens »nd von den ihm fälschlich zugeschriebenen Schriften.
So wie <H) z. B. von Ignatius in den Briefen, wovon wir bereitsgesprochen haben, und von Klemens in seinem allgemein als echt angenom-menen Briefe, welchen er im Namen der römischen Gemeinde an die inKorinth schrieb. Da Klemens in diesem Briefe viele Gedanken aus deman die Hebräer anführt, ja auch zuweilen dieselben Ausdrücke aus demselbenentlehnt, so beweist er dadurch auf das klarste, daß dieser Brief nicht neuist. Man hat ihn daher mit vollem Rechte den übrigen Schriften des Apo-stels beigezählt. Denn, da Paulus in seiner Muttersprache(S) an die
(1) Untcr dem Worte Philosophie versteht Eusebius häufig das Bestreben, ein gott-seliges, heiliges Leben zu fübren oder auch ein solches selbst.
<21 Nach Matth. 29, 2t.
(3) Paulus in seinem exegetischen Handbuch Seite 14. versteht diese Stelle so, alshätten die Evangelisten das, was in den göttlichen Evangelien geschriebenist, also das Historische, mündlich überliefert. Mag dieß allerdings seine Richtigkeithaben, so dürfte doch zu bezweifeln seyn, ob Eusebius diesen Sinn mit seinen Worten ver-bunden hat.
(4> Man sieht leicht, daß der Anfang dieses Hauptstücks mit dem Schlüsse des vorigenzu verbinden ist.
(5> Der Verfasser des Briefs mag seyn, wer er will, so sprechen für die grie-chische U rsprü s glichk ei t desselben thcils die Anführung und Benützung des altenTestaments nach den I.XX, selbst in ihren Fehlern, theils einige Wortspiele, die nur imGriechischcnkmöglich sind.