Druckschrift 
Kirchengeschichte
Entstehung
Seite
103
Einzelbild herunterladen
 

Trojanus. Jahr Christus 108. Cvarrstus. tck.5schreibt:Ich ermahne euch nun alle, folgsam zu seyn und alle Geduld zu»üben, welche ihr vor Augen gesehen habt nicht bloß an den seligen Män-nern Ignatius, Rnfns undZosimuS, sondern auch an andern ans euch,ja , an Paulus selbst und an den übrigen Aposteln, und überzeugt zu seyn,daß diese alle nicht umsonst gelaufen sind, sondern im Glauben und in derGerechtigkeit, und daß sie an den ihnen gebührenden Ort bei dem Herrn,mit welchem sie auch gelitten haben, gekommen sind. Denn sie haben nichtdiese Welt geliebt, sondern den, der für uns gestorben und der um unsert-willen von Gott auferweckt worden ist." Sodann fahrt Polykarpuö weiterfort:Ihr sowohl, als Ignatius, habt mir geschrieben, wenn Jemand nachSyrien reise, so möchte er auch eure Schreiben mitnehmen. Ich werdedieß thun, wenn ich eine bequeme Gelegenheit dazu bekomme, entwederselbst oder durch einen andern, den ich auch euretwegen mit Auftragenabschicken werde. Die Briefe des Ignatius, die uns von ihm zugeschicktworden sind und noch mehrere andere, welche wir bei uns hatten, sendenwir euch eurem Verlangen gemäß. Sie sind diesem Schreiben beigegebenund ihr werdet einen großen Nutzen daraus schöpfen können. Denn sieenthalten Glauben, Geduld und jegliche Erbauung, die ans unser» HerrnBezug hat." So viel von Ignatius. Nach ihm erhielt den Bischofssitzzu Antiochien Heros.

S'iebenunddreißigjtes Hauptstück.

Bon den noch damals berühmten Evangelisten. (1)

Unter den damals hervorleuchtenden Männern war auch Quadratus, (2)der, wie die Töchter des Philippus, durch die Gabe der Weissagung ausge-zeichnet gewesen seyn soll. Neben ihnen machten sich aber um diese Zeitauch noch mehrere Andere einen Namen, welche den ersten Rang unter denNachfolgern der Apostel einnahmen und als würdige Schüler solcher Män-ner allenthalben auf, dem von den Aposteln vorher gelegten Grund der Ge-meinden weiter fortbauteu und die Predigt des Evangeliums immer weiterverbreitend, den beseligenden Saamen des Himmelreiches weit und breitauf der ganzen Erde ausstreuten. Die meisten der damaligen Jünger, deren

ll) Daß unter Evangelisten nicht überhaupt Lehrer des Evangeliums zu verstehensehen, lehren die Worte des vorliegenden HauptstückcS. Es sind vielmehr Männer, welche,weil das Urchristcnthum größtcntheils auf dem geschichtlichen Bekanntwerden dessen, wasJesus gewesen war und wie er sich im Einzelnen gezeigt hatte, beruhte, die Kunde davonauf eine geordnete und anwendbare Weise vortrugen, aber nicht als an einer bestimmtenGemeinde angestellte Lehrer, sondern vielmehr als zur Bcrkündigung des Evangeliums reisen-der Missionäre. Schon iin Ephcserbrief 4, 11. sind Apostel, Propheten, Evangelisten,Hirten und gewöhnliche Lehrer unterschieden. Wären unter Evangelisten überhaupt Lehrerdes Evangeliums zu verstehen, so hätte Eusebius nicht ä, 1V., wo von dem unter Kom-modus lebenden Pantänus die Rede ist, sagen können: es gab damals noch mehrere Evan-gelisten. Denn Lehrer des Evangeliums hat es ja immerfort gegeben. Man vergleiche überde» Begriff von Evangelisten Paulus exegetisches Handbuch l, t., Seite 13., 14. und 48.

(2) Mehreres von ihm siehe 4, 3.