102 Trajaims. Jahr Christus 108. Cvarestus.
ihn nicht vom Märtyrerthum lvszubittcn und ihn dadurch der Erfüllungseiner sehnlichsten Wunsche zu berauben. Zur Bestätigung des Gesagtenhalte ich es der Mühe werth, einiges Wenige aus demselben hieher zu setzen.»Von Syrien bis Rom," so lauten die Worte, „kämpfe ich mit wilden Thie-„ren, zu Wasser und zu Lande, bei Tag und bei Nacht, gefesselt unter zehn„Leoparden und diese sind das Kommando Soldaten, welche um so ärger„werden , je mehr man ihnen Gutes erweist. Aber ihr rohes Betragen ist„sehr belehrend für mich, ohne daß ich jedoch dadurch gerecht würde. Mochte„ich doch der wilden Thiers mich freuen dürfen, die für mich bereitet sind,„die ich auch sobald als möglich zu finden wünsche! Ich werde ihnen„schmeicheln, daß sie mich schnell fressen und nicht, wie sie es bei einigen ge-,.macht haben, furchtsam werden und mich nicht anrühren. Und wenn sie„selbst nicht wollen sollten, so werde ich sie mit Gewalt dazu zwingen. Ver-leihet mir dieß; ich weiß, was mir zuträglich ist. Nun fange ich an, ein„Jünger zu seyn. Nichts hat mehr einen Reiz für mich, weder Sichtbares,„noch Unsichtbares, damit ich Jesum Christum gewinne. Flamme und„Kreuz, Anfälle wilder Thiere, Verzerrung und Trennung der Knochen,„Zerschlagung der Gliedmaßen, Zermalmnng des ganzen Körpers, und„die Qualen des Teufels — alles mag mich treffen, wenn ich nur Jesum„Christum gewinne." Diese Worte schrieb er von der besagten Stadt ausan die angeführten Kirchen. Nachdem er aber sodann über Smyrna hin-aus weiter gereist war, so schrieb er ferner von Troas aus denen in Phila-delphia und der Gemeinde zu Smyrna und besonders deren VorsteherPolykarpus. Da ihm dieser recht als ein apostolischer Mann bekannt ge-worden war, so legte er ihm als ein echter, guter Hirte die Heerde zu Antio-chia an das Herz und bat ihn, eifrige Sorge für sie zu tragen. Ignatiusführt auch in seinen Briefen an die Smyrnäer folgende Stellen vonChristus an, deren Quelle mir unbekannt ist:(b) „Ich weiß und glaube„es, daß er nach der Auferstehung im Fleische gewesen ist. Und als er zu„Petrum und den andern, die bei diesem waren, kam, sprach er zu ihnen :„fasset mich an, betastet mich und seht, daß ich kein Geist ohne Körper bin:„und alsbald befühlten sie ihn und glaubten." Auch dem Jrenäus warsein Märtyrerthum bekannt; desgleichen erwähnt er seiner Briefe, wenn ersagt: „So hat einer von den Unsrigen gesprochen, als er um des Zeugnisses„Gottes willen zu den wilden Thieren verurtheilt war: ich bin Gottes Wai-„zen uno soll gemahlen werden von den Zähnen der wilden Thiere, damit„ich als reines Brod erfunden werde." Auch Polykarpus gedenkt eben dieserBriefe, wenn er in dem ihm zugeschriebenen Brief an die Philipper(2)
(t) Diese (uk. 24, 39 sehr ähnliche Stelle findet sich in den Uebcercsten des Evan-geliums der Hebräer. Doch kann sie auch in der Prädicatio Petri gestanden haben,woraus Qrigcncs ein öaegömov «amgaron anführt.
(2) Dieser Brief ist noch vorhanden. Die erste der hier angeführten Stellen steht im9te», die zweite im taten Hauptst. desselben. Philipp!, früher Krcnides (Brunnen) warssnc bedeutende Stadt in Thracien. Eine welthistorische Berühmtheit hat sie durch dieSchlacht erhalten, in welcher die römische Freiheit zu Grabe ging (42 v. Eh.).