Trajanus. Jahr Christus 38. Klemens. S5
Dieß mag für jetzt genug seyn von denjenigen, welche um die angegebenenZeiten die Wahrheit zu verfälschen gesucht haben, aber schneller als ein Hauchgänzlich verschwunden sind.
Dreißig st es Hauptßück.
Von den Aposteln, welche im Ehestände gelebt.
Eben dieser Klemens, dessen Worte wir so eben angeführt haben, rech-net gleich darauf um derer willen, welche die Ehe verwarfen, diejenigenApostel her, welche im Ehestande gelebt haben. »Oder werden sie auch die»Apostel verwerfen? Denn Petrus und Philippus haben Kinder gezeugt;»ja, Philippus hat auch seine Töchter wieder verheirathet. Auch PauluS»trägt kein Bedenken, in einem seiner Briefe hl.) seine Gattin zu grüßen,»welche er, um seinem Dienste leichter nachzukommen, nicht mit sich herum-„führen konnte." Da wir aber einmal auf diesen Gegenstand gerathen sind,so dürfte es nicht unangenehm seyn, auch eine andere erzählenswerthe Ge-schichte aus eben demselben Klemens hier anzuführen, welche er im sieben-ten Buche seiner Vermischten Gedanken folgendermaßen erzählt.»Man sagt, als der selige Petrus seine Gattin zum Tode führen gesthen,»habe er sich darüber sehr gefreut wegen ihrer Berufung zu Gott und wegen»ihre« Hiugehens in die Heimath, sodann habe er ihr mit Nennung ihres»Namens ermuthigend und tröstend zugerufen: Meine Liebe, gedenke des»Herrn! So war die Ehe der Heiligen beschaffen, so vortrefflich war die Ge-usinnung der durch die innigste Liebe mit einander Verbundenen." Dieseunserem Gegenstände angemessene Erzählung glasen wir am rechten Orteangebracht zu haben.
Einunddreißig stes H a upt st ü ck.
Von dcm Tode des Johannes und Philippus.
Von Paulus und Petrus haben wir bereits die Zeit und die Art undWeise ihres Todes, so wie den Begräbüißort ihrer irdischen Hülle angege-ben. (2) Von Johannes aber haben wir gewissermaßen schon die Zeit be-merkt, (Z) die Ruhestätte seiner irdischen Hülle dagegen lernen wir auseinem Briefe des Polykrates, Bischofs der Gemeinde zu Ephesus, an Vik-tor, den Bischof von Nom,(ä) kennen. Er erwähnt in demselben zugleichdes Johannes und des Apostels Philippus, so wie auch der Töchter des
(t) Klemens muß hier einen verlorenen unechte» Brief des Paulus in Gedanken habe»,denn in seinen echten Briefen, die wir haben, steht nichts davon; vielmehr sagt er 1 Kor.7, 8. gerade das Gcgenthcil, nämlich, daß er unverhcirathet sep. Stroth. Vielleichtveranlaßtcn aber auch mißverstandene Stellen der paulinischc» Briefe, wie Philip. 4, Z.und l Korinth. 9, 5. die Annahme, daß PauluS verheirathet gewesen scv.
(2) Oben 2, 25.
(Z) Nämlich daß Johannes bis an die Zeiten Trojans gelebt.
(4) Derselbe Brief ist citirt 5, 24.