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Kirchengeschichte
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Trafanus. Jahr Christus 98. Klemens. 89

dern zu befreien und er habe daher eine gewisse Erzählung von denjenigenBegebenheiten, von deren Wahrheit er sich hinlänglich vergewissert hätte,und bei deren Erkundigung ihm sein Umgang mit Paulus und sein Aufent-halt bei diesem, so wie sein Verkehr mit den übrigen Aposteln sehr zu stattengekommen war, in seinem Evangelium niedergelegt. So weit meine eigeneErzählung hievon; ich werde aber zu seiner Zeit durch Beibringung derZeugnisse der Alten dasjenige, was auch die andern darüber gesagt haben,an einem schicklichen Ort zu geben suchen. Von den johanueischen Schriftenwird neben dem Evangelium der erste Brief sowohl noch jetzt, als auch vonden Alten allgemein als echt angenommen , dagegen die andern zwei Wider-spruch erfahren. Ueber die Offenbarung aber sind bis jetzt die meisten An-sichten getheilt, indcß wird auch sie aus den Zeugnissen der Alten zur rechtenZeit ihre Beurtheilung finden.

/ünsundzwanzigstcs Hanptstuck.

Bon den allgemein angenommenen göttlichen Schriften und von denen, welche dieses

nicht sind.

Da wir indeß auf diesen Gegenstand gerathen sind, so dürfte hier derrechte Ort seyn, die von den Schriften des neuen Testaments bereits obengegebenen Nachrichten summarisch zu wiederholen. Zuerst musi man daSheilige Vierblatt der Evangelien setzen, auf welches die Geschichte der Apo-stel folgt, sodann die Briefe des Paulus zu ordnen und an diese schließen sichder erste dem Johannes zugeschriebene Brief, wie auch der erste des Petrusan, nach welchen man dann noch, wenn man es für gut findet, die Offen-barung des Johannes folgen lassen kann, von welcher ich die verschiedenenAnsichten zu gehöriger Zeit beibringen werde. Diese gehören unter die un-widersprochen als echt anerkannten Schriften. Zu den widersprochenen, aberdoch von sehr vielen als echt angenommenen gehört der dem Jakobus zugeschrie-bene Brief des Judas und der zweite Brief Petri und der zweite und dritteBrief, der den Namen des Johannes führt, mögen nun die beiden letztemden Evangelisten oder einen andern Mann gleiches Namens (1) zum Ver-fasser haben. Unter die unechten muß man die Thaten Pauli, den soge-nannten Hirten, und die Offenbarung Petri rechnen, so wie noch den Briefdes Barnabas und die sogenannten Lehren der Apostel; auch kann hieherdie Offenbarung des Johannes, wenn man will, gesetzt werden, welche,

(t) Dieses andern Johannes gedenkt Eusebius unten Hauxtstück .?, 9., wo er auchseine Meinung von der Offenbarung Johannis äußert, nämlich sie möchte wohl von diesemJohannes seyn. Ucbcrhaupt bemerkt man bei Eusebius eine gewisse Furchtsamkeit und Zu-rückhaltung, so oft er von diesem Buche redet; er läßt entweder andere davon reden undbringt recht gcsligcntlich es allenthalben an, daß viele sie verwürfen oder, wenn er selbstreden muß, so entscheidet er niemals, sondern überläßt andern die freie Wahl, woraus er-hellt, daß das Buch bei manchen muß in großem Ansehen gewesen seyn und eifrige Liebhabergehabt haben, denen Eusebius durch seine offenbare Verwerfung des Buchs keinen Anstoßgeben wollte. Stroth.