Druckschrift 
Kirchengeschichte
Entstehung
Seite
77
Einzelbild herunterladen
 

Vespastanus. Jahr Christus 70. Linus. 77

Fordere von mir, so will ich dir die Heiden zum Eigenthum geben und derWelt Ende zu deinem Besitz, auf Christus, von dem gerade um diese Zeitüber die ganze Erde die Predigt seiner heiligen Apostel ausging und bis andie Grenzen der Erde deren Worte.

Neuntes Haupt stück.

Von Josephus und seinen hintcrlassenen Schriften.

Nach allem diesem ist es billig, daß wir auch den Josephus , dem dievorliegende Geschichte so viele Beiträge verdankt, seinem Geschlecht undHerkommen nach näher kennen lernen. Er gibt darüber ebenfalls selbst fol-gende Auskunft.-JosephuS, ein Sohn des Matthias ans Jerusalem, vonpriesterlichcm Geschlecht, focht anfänglich freiwillig gegen die Römer undwohnte den folgenden Vorfällen gezwungen (1) bei." Josephus war unterallen damaligen Juden der angesehenste nicht nur bei seiner eigenen Nation,sondern auch bei den Römern, so daß er in ihrer Hauptstadt mit einerBildsäule beehrt und die von ihm verfaßten Schriften der Aufbewahrung inden öffentlichen Bibliotheken für würdig befunden wurden. Josephus be-schrieb das gesammte jüdische Alterthnm in zwanzig, so wie die Geschichtedes damaligen jüdischen Kriegs in sieben Büchern. Letzteres Werk verfaßteer, seinem eigenen Zeugnisse zufolge, das doch hier wegen des klebrigenallen Glanben verdient, nicht allein in griechischer, sondern auch in seinerMuttersprache. Man hat überdieß noch zwei andere lesenswerlhe Büchervon ihm: Ueber das Alterthum des j üd.ischen Vo lks, woriner theils den damaligen Grammatiker Apion, den Verfasser einer Schriftgegen die Inden, theils andere, welche dem Herkommen des jüdischen Volkszu nahe zu treten suchten, widerlegt. In dem ersten derselben gibt er dieZahl der kanonischen Bücher des sogenannten alten Testaments an undtheilt ein Verzeichniß der bei den Hebräern ohne Widerspruch für echt ange-nommenen Schriften als aus alter Ueberlicfernng in folgenden Worten mit.

(f) Josephus war Gouverneur von Galiläa gewesen und hatte als solcher mehrcremalefeindselige Berührungen mit den Römern gehabt, zuletzt aber, da er den Einwohnern vonJotapata in Galiläa zu Hülfe gekommen, wurde er verwundet und gefangen, von denRömern aber gütig behandelt und zuletzt in Freiheit gesetzt. Er erwarb sich das Vertrauender Bcspasianc noch mehr, da er dem Flavius das Kaiscrthum weissagte. Titus behielt ihnhernach beständig bei sich und er mußte also im römischen Lager ein Augenzeuge seyn vondem, was bei Jerusalem vorfiel; ja, zuweilen wurde er auässals Dollmctscher und Unter-händler gebraucht, um den Juden Vorschläge zu thun.

S tr o th.