Klanbius. Jahr Christus 46 — 48 — 52. 55
Von den Belohnungen, welche im Gesetze den Guten undd en S t ra fen u n d dem V e r d e rb e n, welche d arin den Sch lech-tenbe stimm t sind. Ueberdieß stnd noch verschiedene einzelne Abhandlungenvon ihm vorhanden, als: Von derVvrsehuug — VondenIuden undder Staa tsm ann , ferner: A lexande r oder von dem Satz, daßdie unvernünftigen Thiers Vernu nft haben, sodann: Vondem Satz, daß jeder schlechte Mensch ein Sklave sey, woransich anschließt: Daßjeder rechtschaffeneMensch frei sey. Hierauffolgt die Schrift: Von d e m besch a n liche n L eben oder: Von denBetenden, woraus wir obige Nachrichten von den apostolischen Männerngezogen haben. Auch soll Philo noch der Verfasser der Erklärung derin dein Gese tz und in den Propheten vorkommenden hebräi-schen Na m e n seyn. Nachdem eben dieser Philo unter der Regierung desKajus nach Rom gekommen war, verfaßte er seine Schrift von der Gottlo-sigkeit des Kajnö, der er mit bedeutungsvoller Ironie die Aufschrist: Vonden Tugenden, gab. Diese soll von ihm unter Klaudius vor dem ge-summten römischen Senate vorgelesen worden seyn und eine solche Bewun'derung für seine Schriften erregt haben, daß dieselben der Aufstellung inden öffentlichen Bibliotheken werth gehalten wurden. (!) Um dieselbeZeit, während Paulus seine Rundreise von Jerusalem bis nach Jllyrikumvollendete, vertrieb Klaudius die Juden aus Rom. Damals begaben sichauch Aqnila und Priscilla mit den andern Juden weg aus dieser Stadt undkamen nach Asien, wo sie mit dem Apostel Paulus, welcher die dortigenso eben erst von ihm gegründeten Gemeinden befestigte, verkehrten. DieseNachrichten gibt uns die heilige Schrift in der Apostelgeschichte. (2)
Neunzehntes Hauptstnck.
Was für ein Unglück die Inden zu Jerusalem am Tage des Passah getroffen.
Während noch Klaudius auf dem Thron saß, entstand zu Jerusalemam Passahfeste eine solche Unruhe und ein solcher Tumult, daß bloß vondenen, welche an den Ausgängen des Tempels heftig sich zusammendrängten,30,000 Juden umkamen, so daß das Fest unter dem ganzen Volke Trauerund in jeglichem Hause Wehklagen erregte. Dieß erzählt Josephns beinahewörtlich, (3) so wie auch, daß hierauf Klaudius den Agrippa, des AgrippaSohn, zum König der Juden (4) machte und den Felix zum Landpfleger
(1) Diese Nachricht ist sehr unwahrscheinlich, da ein Werk voll von Römerhaß undSchmähungen gegen den Kaiser Kaligula vor dem römischen Senate und noch dazu voneinem Juden nicht vorgelesen werden konnte.
(2) Apostelgcsch. 18, 2. 3.
(3) Josephns erzählt dieß jüd. Alterth. 20, 4., er gibt aber nur 20,000 an.
(4) Dieser jüngere Agrippa ist, eigentlich zu reden, niemals König der Juden gewesen.Denn da sein Bater starb, behielt ihn Klaudius bei sich, weil er noch zu jung war.Hernach, als seines Vaters Bruder, Herodes, der König von Chalcis, starb, schenkteKlaudius ihm dessen Reich. Als er dieß vier Jahre lang besessen hatte, nahm es ihmKlaudius im zwölften Jahre seiner Regierung wieder und gab ihn, dagegen Trachom'tis,