^6 Klaudius. Jahr Christus st6.
LwölsLts Ha u p t ii ck.
Von Helena, der König » der Osrocncr. hl)
»Hierauf ereignete sich auch die große Hungersnoth in Judäa, während»welcher die Königin Helena für viel Geld Getreide ans Aegypten kaufte und»unter die Dürftigen austheilts." Auch dieß steht in völliger Uebercinstim-mung mit der Erzählung der Apostelgeschichte, worin es heißt, daß dieJünger in Antiochien, jeder nach seinem Vermögen, beschlossen hätten, den inJudäa wohnenden Brüdern etwas zur Unterstützung zu schicken, was auchge> che Heu >ey, indem sie es den Aeltesien durch Barnabas und Paulus über-sandten. Von dieser Helena, welcher auch Josephuö Erwähnung thut, zeigtman noch jezt mehrere prächtige Säulen in den Vorstädten der jetzigenStadt Aelia. (2) Sic soll das Volk der Adiabener(Z) beherrscht haben.
Dreizeh ntes Hauptkück.
Von Simon dem Magier und einer andern Helena.
Während der Glaube an unfern Erlöser und Herrn Jesus Christus sichbereits unter allen Menschen ausgebreitet hatte, suchte der Feind der mensch-lichen Glückseligkeit sich im Voraus der Hauptstadt des Reichs zu bemäch-tigen. Er brachte daher den erwähnten Simon in dieselbe und verleitetedadurch, daß er die künstlichen Betrügereien dieses Menschen unterstützte,sehr viele von den Bewohnern Roms zum Jrrthum, wodurch er sich dieselbenzu eigen machte. Es bezeugt dieß Jusiinus, eine Zierde unserer Religion,der nicht lange nach den Aposteln gelebt hat, von welchem ich das Nöthigeseiner Zeit beibringen werde. Mau nehme indessen seine Erzählung, welchein seiner ersten Schutzschrift für unsere Religion an AntoniuuS enthalten
(t) Diese Helena war keine regierende Königin, wie aus dem Schluß des Kapitels zuerhellen scheint, sondern nach der Erzählung des Josephus im zweiten Kapitel des 20stcnBandes der Altcrthümcr eine Gemahlin des Monobazus, eines Fürsten der Adiabcncr. Nachihres Gemahls Tode kam ihr Sohn Jzates zur Regierung, und ein jüdischer Kaufmann,Namens Ananias, brachte sie nebst diesem ihrem Sohne zum jüdischen Glauben, hielt aberden letztern aus Furcht vor einem Aufstand von der B.eschncidung ab und sagte, Gott seheauf das Her; und nicht aus die Beschneidung. Nach ihm kam aber ein jüdischer ThcologElcazar dahin, der natürlicherweise orthodorcr als der erste war; dieser bestand darauf, daßJzates sich beschneiden lasten mußte. Die Helena reiste bald darauf nach Jerusalem undtraf daselbst eben die Hungersnot!) an; sie ließ daher nicht allein Lebensmittel aus Aegyptenkommen, sondern ihr Sohn schickte auch außerdem viel Geld nach Judäa Sie überlebtedenselben und da sie endlich auch starb, so schickte ihr älterer Sohn Monobazus ihre unddes Jzates Gebeine nach Jerusalem, wo sie unter drei von ihr erbauten Pyramiden begra-ben wurden. Diese bewundert noch Pausanias und setzt sie dem Grabmahl des Mausolusan die Seite. Ja, Hieronymus bezeugt, daß sie noch zu seiner Zeit gestanden. Uetzingenshatte diese Konigin auch einen Palast zu Jerusalem. Stroth.
(2) Dieß ist der gewöhnliche Name Jerusalems von den Zeiten des Kaisers AcliusAdrianus an bis etwa auf den Kaiser Konstantinus den Großen, seit welchem wieder derName Jerusalem gebräuchlich wurde.
s3) Eine Prosinz in Assyrien. Später hieß sie Osroene oder Osdroenc.
(4) Nach unserer Abtheilung des Justinus steht diese Stelle in der zweiten Bcrtheidi»gungsschrift. Euscbitts nennt aber diese immer die erste.