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Kirchengeschichte
Entstehung
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22 Augustus. Jabr Christus t.

Füßen. sticht minder litt er auch am Unterleibe. Selbst seine Schaan! faulteund Würmer erzeugten sich darin. Er mußte tief Athem holen, was theilswegen des widerwärtigen Geruchs, theils wegen der häufigen Beklem-mnngen sehr beschwerlich fiel. In allen Gliedern hatte er Krämpfe, welcheihm eine unbezwingliche Stärke gaben. Alle nun, welche sich ans dieWahrsagerei und auf die Erklärung solcher Vorfälle verstanden, sagten aus, *dieß sey eine Strafe, welche Gott über den König wegen seiner vielen Fre-velthaten verhänge." Dieß erzählt der gedachte Josephus in dem vorhinangeführtenBnche.Aehnliches berichteter von eben demselben im zweiten Bucheseiner Geschichte des jüdischen Krieges (b) mit folgenden Worten:Hieraufverbreitete sich die Krankheit über den ganzen Körper und peinigte ihn mitvielfachen Schmerzen. Denn er hatte ein schleichendes Fieber und litt aneinem unerträglichen Jucken auf der ganzen Haut und ununterbrochenenKolikschmerzen. Die Füße waren ihm geschwollen, wie bei einem Wasser-süchtigen, sein Unterleib entzündet und in seinen faulenden Geschlechts-theilen erzeugten sich Würmer. Uebrigens konnte er nur noch in aufrechterStellung und auch da nur mit Mühe athmen. In alten seinen Gliedernhatte er Krämpfe. Die Wahrsager erklärten diese Krankheit für eineStrafe Gottes. Er aber, obgleich mit so vielen Leiden kämpfend, hingimmer noch am Leben, hoffte noch auf Rettung und dachte auf allerleiHeilmittel. Er ließ sich daher über den Jordan bringen und gebrauchte diewarmen Bäder vonKallirhoe, (2) deren Waffer in den Asphaltsee fließt HZ)und süß genug zum Trinken ist. Hier meinten die Aerzte durch warmesOel seinen Leib wieder erwärmen zu können. Kaum aber hatte man ihn ineine Badswanne voll Oel gesetzt, als seine Augen matt wurden und sichwie bei einem Tvdten verdrehten. Ueber dem Lärmen, den seine Diener-schaft erhob, kam Herodes durch das Geschrei wieder zu sich, entsagte aberjetzt selbst aller ferner» Hoffnung auf Rettung und befahl, an die SoldatenMann für Mann 50 Drachmen (ä) und große Summen an seine Befehls-haber und seine Freunde zu verrheilen. Sodann kehrte er nach Jerichozurück, wo er in finsterem Unmuth den Anschlag zu einem scheußlichenVerbrechen faßte, das nicht anders aussah, als hätte er den Tod selbstherausgefordert. Er ließ nämlich die angesehensten Männer ans allenOrtschaften von ganz Judäa zusammenkommen und befahl, sie in demsogenannten Hippodrom einzusperren. Hierauf berief er seine SchwesterSalome und ihren Mann Alexander zu sich. Ich weiß wohl, begann erzu beiden, daß mein Tod den Inden ein Fest seyn wird, doch kann ichum Anderer willen betrauert werden und eine glänzende Leichenfeier

<1> Nach unfern Ausgaben steht diese Erzählung im 33sten Hauptsttick des ersten Bu-ches. Es ist aber ehemals eine andere Abtheilung gewesen.

(2) An der Ostseite des todtcn Meeres im Lande der Moabitcr. Der Name kommtvon den schönen Quellen her.

(3) So heißt das todtc Meer wegen der großen Menge von Asphalt oder Erdharz,welches es auswirft.

<4) Eine Drachme betrug ungefähr 5'/z Groschen.