AügustnS. Jahr Christus t. 21
König der Juden sty, und durch ihre Aussage, daß sie seinen Stern gesehenhätten, uud daß sie dieß zu einer sv weiten Reise veranlaßt habe, indem sieein großes Verlangen trügen, dem Neugeborenen als einem Gott ihre Ver-ehrnng zu erweisen, nicht wenig beunruhigt, da er dadurch seine Herrschaftgefährdet glaubte. Er erkundigte sich bei den Gesehlehrern im Volke, wosie die Geburt Christi erwarteten, und ertheilte, als er erfuhr, daß eineStelle bei dem Propheten Micha Bethlehem als seinen Geburtsort nenne, ( t)den Befehl, daß alle Säuglinge männlichen Geschlechts von zwei Jahrenund darunter (nach der von den Magiern sorgfältig erforschten Zeit) zuBethlehem und in der Umgegend getödtet werden sollten. So glaubte erganz gewiß (wie es denn auch zu erwarten stand), daß Jesus dasselbe Schickml,wie seine andern Altersgenossen, treffen werde. Allein seine Eltern hattendurch die Erscheinung eines Engels das, was ihrem Kinde hervorstand, zumVoraus erfahren, und der Knabe kam der ihm drohenden Gefahr dadurchzuvor, daß sie ihn nach Aegypten brachten. Dieß erzählt uns die heiligeSchrift im Evangelium. Jndeß.dürfte es auch nicht unangemessen seyn, zuerfahren. welchen Lohn HerodeS für sein Unterfangen gegen Christus unsdesseji Altersgenossen erhalten hat. Denn die göttliche Strafgerechtigkeirsuchte ihn alsbald ohne den geringsten Aufschub noch bei seinen Lebzeitenheim und gab ihm dadurch einen Vorschmack von dem, was ihn nach seinemHintritt aus dieser Welt erwartete. Wie sehr Herodes den eingebildetenGlanz seiner Negierung durch eine Reihe in seinem Hause auf einander fol-gender Unglücksfälle und durch die Ermordung seiner Frau, seiner Kinderund der andern ihm durch Verwandtschaft oder Freundschaft am nächsten stehen-den Personen verdunkelte, kann jezt hier unmöglich im Einzelnen erzähltwerden. Denn die Behandlung dieses Stoffes würde alle Trauerspiele antragischem Inhalte übertreffen; überdieß hat ihn Josephus in seiner Geschichteausführlich behandelt. Wie aber unmittelbar nach seinem Anschlage gegenunfern Erlöser und die andern kleinen Kinder eine von Gott verhängteStrafe ihn ergriff und zum Tode fortriß, kann man am besten aus deneigenen Worten des Geschichtschreibers ersehen, der im 17ten Buche seinerjüdischen Alterthümer (2) sein Lebensende folgendermaßen erzählt: „Die„Krankheit verschlimmerte sich bei Herodes mehr und mehr, weil Gott selbst„ihn wegen seiner Frevelrhaten heimsuchte. Es war ein schleichendes Fieber,„welches nicht so sehr denen, die ihn berührten, den Brand zu erkennen gab,„als es in seinen Eingeweiden wüthete. Dazu kam eine heftige Begierde,.„immer etwas zu sich zu nehmen, welcher er nicht widerstehen konnte. In„seinen Eingeweiden waren Geschwüre und die heftigsten Kolikschmerzeu„quälten ihn. Daneben floß eine klare und brennende Materie ans seinen
schauerliches Gemetzel unter den Kmdcru stattgefunden hätte, wie es die Maler seit Jahr-hunderten darzustellen gewohnt sind, dann müßte allerdings das Stillschweigen des Josephussehr befremden.
(ch Micha 5, t,
l2) ,Diele Erzählung steht im sechsten Kapitel des angeführten Buches.