2t» Augnstus. Jahr Christus I.
»Niemand aus öffentlichen Urkunden sein Geschlecht ans die Patriarchen,„oder ans jene Prvselyten, oder ans die sogenannten Ankömmlinge, die sich„mir den Israeliten vermischt hatten, zurückfuhren könnte. Nur einige„wenige Leute, die mehr Sorgfalt darauf verwandten und Privatverzeichnisse„hatten, die sie entweder aus dem Gedächtnisse zusammengesetzt oder auch„aus den Urschriften genommen hatten, konnten sich rühmen, das Andenken„ihrer cdeln Abstammung erhalten zu haben. Unter diese gehörten die„Vorgedachtcn, welche wegen ihrer Verwandtschaft mit dem Erlöser He r-„rcnkinder genannt wurden. Diese zerstreuten sich von den Flecken„Nazareth und Kochaba(l) in andere Gegenden des Landes und gaben die„erwähnte Genealogie theils aus ihrem Gedächtnisse, theils aus dem Tage-,,buche(2) so gut sie es vermochten. Mag sich dicß nun so oder anders ver-„halten, so dürfte, wie jeder Verständige mit mir glauben wird , nicht leicht„ein Anderer eine deutlichere Auflösung finden. Und mit dieser wollen„wir uns, wiewohl fie nicht mit Zeugnissen belegt werden kann, begnügen,„da man doch keine bessere und richtigere angeben kann. Auf jeden Fall„berichtet das Evangelium Wahrheit." Am Ende desselben Briefes sehrAfrikanus noch Folgendes hinzu: „Matthan, der von Salomo abstammte,„zeugte den Jakob. Nachdem Matthan gestorben war, so zeugte Melchi,„der von Nathan abstammte, mit eben der Fr5u den Eli. Eli und Jakob„waren also Brüder von Einer Mutter. Nachdem Eli kinderlos gestorben„war, so erweckte ihm Jakob Saamen, indem er den Joseph zeugte, der zwar„der Natur nach sein Sohn war, nach dem Gesetze aber der Sohn des Eli.„Ans diese Art war also Joseph beider Sohn." So weit Afrikanus. In-dem nun Josephs Genealogie auf diese Art dargestellt ist, so erhellt, daßMaria aus dem gleichen Stamme mir ihm war, da n-ach den Gesetzen Mosiskeine Vermischung mit andern Stämmen erlaubt war. Denn es ist indenselben geboten, eine Frau aus demselben Geschlecht und aus derselbenFamilie zu Heirathen, damit nicht das Erbtheil eines Geschlechts von einemStamme aus den andern übergehe. So viel hievon.
Achtes Hauptftück.
Von der Grausamkeit des Herodes gegen die Kinder (3) und was für ein Ende er
genommen.
Nachdem nun Christus den Weissagungen zufolge zu der angegebenenZeit zu Bethlehem in Judäa geboren war, so wurde Herodes durch die An-frage und Erkundigung der Magier aus dem Morgenland, wo der neugeborene
(1) Nach Epiphanius ein Flecken in Galiläa unweit der t» Städte.
(2) Darunter sind die so eben genannten Privatverzeichnifsc zu verstehen.
(3) Daß Joscphus nichts von dem Kindermord zu Bethlehem hat, ist keine Einwen-dung gegen die Wahrheit der evangelischen Geschichte. Denn eincstheils verschwindet einesolche Lhat vor den vielen andern Grausamkeiten des Herodes, andcrnthcils können in demkleinen BiMehem nur wenige Kinder unter zwei Jahren gewesen seyn. Ja, wenn ein so