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Kirchengeschichte
Entstehung
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Angustus. Jahr Christus 1.

die Zeugung nach dem Gesetz nicht ausgedrückt werden. (1) Er verschweigtnämlich bei dieser Geschlechtsfortpflanznng das Wort »zengete« bis ansEnde, indem er rückwärts bis zu Adam und Gott hinaufgeht. Und dieseBehauptung ist nicht nur so ohne allen Beweis und willkührlich hingestellt.Denn die Verwandten unseres Erlösers nach dem Fleische haben unsmochten sie sich nun selbst verherrlichen oder bloß belehren wollen, genug,sie sagten die Wahrheit auch dieses überliefert. Als idnmäische Räuberdie Stadt Askalon in Palästina überfielen, so führten sie ans dem Götzen-tempel des Apollo, welcher an der Stadtmauer stand, den Antipater, denSohn eines gewissen Tempeldieners Herodes, mit der andern Beuteans dem Tempel gefangen weg. Da der Tempeldiener für seinen Sohn einLösegeld zu erlegen nicht im Stande war, so wurde Antipater in denSitten der Jdnmäer erzogen und gewann in der Folgezeit die Gunst desHyrkanus, des Hohenpriesters von Judäa. Er übernahm für diesen eineGesandtschaft an Pompejns, befreite ihm sein von seinem Bruder Aristobnlnseingenommenes Reich und war so glücklich, zum Prvknrator von Palä-stina (2) ernannt zu werden. Nachdem aber Antipates, weil man ihn umsein großes Glück beneidete, menchelmörderisch umgekommen war, so folgteihm sein Sohn Herodes nach, welcher später von Antonius und Angustusnach einem Senatsbeschlnsse zum König von Judäa eingesetzt wurde. SeineSöhne waren Herodes und die andern Tetrarchen. (3) Dieß stimmt allesauch mit den Nachrichten der Griechen überein. Da nun bis auf diesenZeitpunkt die Geschlechter der hebräischen Familien, so wie der dem Volkeeinverleibten Proselyten (4) der Vorzeit, z. B. AchiorS, des Ammonitersund der Ruth, der Moabilerin, desgleichen derer, die mit ans Aegyptenausgezogen waren und sich mit den Israeliten vermischt hatten, in denArchiven aufgeschrieben waren, so ließ Herodes, als welcher keine Ver-wandtschaft mit der hebräischen Nation hatte, gequält von dem Bcwußtseynseiner niedrigen Herkunft, die Geschlechtsverzeichnisse der Inden verbren->>nen,(5) in der Meinung, er werde dann edler Herkunft scheinen, wenn

(1) Nicht in dem Ausdruck, wie man glaubte, sucht (nach der Annahme desValesiusl Afrikanus etwas, sondern in dem Unterschiede, daß Lukas sagt: der war einSohn und Matthäus: er zcugete. Denn der erstere Ausdruck ist zweideutiger als derletztere und kann sowohl einen leiblichen als angenommenen Sohn bedeuten. Ucbrigcns istes gewiß, daß Afrikanus und Eusebius in ihrer Abschrist des Lukas die Namen Matthatund Lcvi nicht gelesen haben, denn es läßt sich gar nicht denken, daß jener bei einer solchenUntersuchung sie sollte übersehen und dieser ihn nicht verbessert haben. Es können abermancherlei Versetzungen vorgegangen seyn, denn Matthat und Levi komme» hernach nocheinmal vor. Stroth.

(2) D. h., er bekam die Civil- und Militärverwaltung des Landes.

(3) Das Wort Tctrarch bedeutet nicht gerade Vierfürst, d. h. Fürst eines Vicrtheilsvon einem Lande, sondern bezeichnet überhaupt einen Fürsten der Untcrabthcilung einer Nation.

(4) Hierunter sind namentlich diejenigen Proselytcn zu verstehen, deren in den Bücherndes alten Testaments gedacht wird.

(v) Valesius hält diese Erzählung für ungewiß, weil Joscphus, der in dem Buch vonseinem eigenen Leben seinen Ursprung und das Alter seiner Familie anführt, diese Nachrichtaus den öffentlichen Archiven herleite, und schließt daraus, daß zu Josephus Zeit die öffent-lichen Archive, in welchen die GeschlechtSregistcr der jüdischen Familien waren, noch übriggewesen seycn.

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