Druckschrift 
Kirchengeschichte
Entstehung
Seite
18
Einzelbild herunterladen
 

!F Augustus. Jahr Christus 1.

andern aber benannt sind, so ist beider Erwähnung gethan, sowohl derwirklichen Väter, als auch der eingebildeten. Auf diese Art enthält keines«der beiden Evangelien eine Unwahrheit, indem das eine die Abstammungnach der Natur, das andere nach dem Gesehe rechnet. Denn die Ge-schlechter, die von Salomo und von Nathan abstammen, sind durch Na-menserneuerungen der kinderlos Verstorbenen, durch zweite Heirathen undSaamenerweckungen so in einander verschlungen, daß einerlei Leute mitRecht für Kinder verschiedener Väter gehalten werden, nämlich auf dereinen Seite der wirklichen Väter, ans der andern der eingebildeten. BeideErzählungen sind also vollkommen wahr und kommen, wenn auch durch«manche Verschlingungen, doch ganz genau auf Joseph. Um aber das An-geführte zu verdeutlichen, will ich die Verschlingung der Geschlechter selbst«angeben. Wenn man von David durch Salomo die Geschlechter rechnet,so findet man als den dritten vom Ende den Matthan, welcher den Jakobzeugte, den Vater Josephs. Von Nathan aber, dem Sohne Davids, ist«nach Lukas Melchi ebenfalls der dritte vom Ende, dessen Sohn Eli, der«Vater Josephs, ist. Denn Joseph war ein Sohn Eli'S, des Sohnes Melchi.Da nun Joseph unser Augenmerk ist, so ist zu zeigen, wie ein jeder vondiesen beiden sein Vater genannt wird, sowohl Jakob, der von Salomo,als auch Eli, der von Nathan sein Geschlecht ableitet, wie diese beiden«Jakob und Eli ein paar Brüder gewesen und überdies? noch, wie die Väter«dieser, Matthan und Eli, ungeachtet sie aus verschiedenen Familien waren,«als Großväter Josephs aufgeführt werden können. Matthan und Melchiheiratheten nur einer nach dem andern eine und dieselbe Frau und zeugtenmit derselben Brüder, welche Kinder Einer Mutter waren. Denn das«Gesetz verbot nicht, daß eine ledig gewordene sey es nun durch Schei-dung oder durch den Tod des Gatten sich an einen andern verheirathe.«Mit dsr Estha alsodenn dieses war der Überlieferung zufolge der Nameder Frau zeugte zuerst Matlhan, der sein Geschlecht von Salomo ableitete,den Jakob, und nachdem Matthan gestorben war, so heirathete, wie zuvor«gedacht, Melchi, der sein Geschlecht auf Nathan zurückführte, und zwaraus demselben Stamm, aber aus einer andern Familie war, die Wittwedesselben und zeugte mit ihr den Eli. So finden wir also den Jakob undEli von verschiedenen Geschlechtern als Brüder von Einer Mutter geboren.Der eine von diesen, Jakob, nahm, nachdem sein Bruder Eli kinderlosgestorben war, dessen Frau und zeugte mit ihr den Joseph, der nach dernatürlichen Zeugung und Ordnung sein Sohn war, daher es denn auch»heißt: Jakob zengete den Joseph. Nach dem Gesetze aber war der letztere«ein Sohn Eli's, denn diesem hatteJakob als Bruder Saamen erweckt. Deß-«wegen kann auch daö Geschlechtsregister von ihm nicht als unwahr betrachtetwerden, nach welchem der Evangelist Matthäus rechnet, wenn er sagt:Jakob zeugete den Joseph, Lukas aber zählt rückwärts:der war einSohn , wie man glaubte (denn dieß setzt er ausdrücklich hinzu), des Jo-seph, des Sohnes Eli, des Sohnes Melchi." Denn bezeichnender konnte