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spätrömische Epoche vertreten, auf Esch, wo das römische Kastell erbautwurde, sowie auf dem Qalgenberg (Steinzeit) auch fränkische Gräber.Gas Dorf Groß-Gerau dürfte etwa in spätkarolingischer Zeit aus der Zu-sammenlegung dieser beiden fränkischen Kleinsiedlungen entstanden sein.Von besonderem Interesse sind die zahlreichen vorrömischen Spuren,namentlich der Suebi Nicretes um die kleinen Wassertümpel im Nieder-wald, offenbar von den Hütten der Hirten herrührend, welche um diedortigen Tränkestellen lagerten. Die geradezu vorbildliche Erforschungder Gemarkung Groß-Gerau ist dem dortigen Gemeinderat W. H. Diehlzu verdanken, dessen handschriftliche, reichillustrierte Darstellung aufdem Rathause in Groß-Gerau aufliegt.
11. Riegel am Kaiserstuhl. Unweit des Westrandes des Schwarz-waldes in der fruchtbaren und wiesenreichen Ebene, am Zusammenflußvon Dreisam und Elz, auf hochwasserfreier Lößterrasse und zu Füßendes jäh aus der Ebene sich erhebenden Michelsbergs bildeten sich schonvon der Steinzeit ab kleinere Siedelungsgruppen, nicht immer genau anderselben Stelle, sondern die der Fischer und Hirten mehr vorn am Fluß,die der Ackerbauer etwas zurück in der Ebene. Die Lage des römischenvicus ist bedingt durch das am Galgenbuck zu vermutende Kastell unddie nach dem Rheine führende Römerstraße. (Mat. S. 203 n. 343, 11.)
12. Friedberg in der Wetterau und Muschenheim bei Münzenberg.
An und auf dem lehmbedeckten Felsrücken, welcher sich unmittelbar amUsaflüßchen wie eine Insel aus der fruchtbaren Wetterauer Ebene erhebt,sind namentlich zahlreiche neolithische Siedelungen festgestellt, die derSchnur- und Zonenkeramik näher an dem Berge und Flusse, die der Band-keramik etwas weiter ab in einem flachen Seitentälchen (Straßbach,Pfingstweide), wo prächtiger Lößboden und gutes Weideland zur Ver-fügung stand.
Der römische vicus schloß sich beiderseits der Straßen nach Heddern-heim und Heldenbergen unmittelbar an das Kohortenkastell auf demBergrücken an.
Während bei Friedberg sich die Besiedelung an die aus der Ebenejäh aufsteigende Erhöhung anlehnte, entwickelte sie sich bei M u s c h e n -h e i m etwas weiter abseits vom Fluß (Wetter) und Berg in der fastvöllig flachen Ebene im Vorderwald, wo heute kaum noch eine Quelleentspringt. Sind bis jetzt auch nur die Grabstätten entdeckt und zwarsowohl der Hirtenvölker als der Ackerbauer, aus der Bronze-, Hallstatt-und La-Tene-Zeit, so werden doch auch die Hüttenstellen in der Nähe zusuchen sein. Beachtenswert ist, daß die Grabhügel der Hirten in losererZerstreuung liegen als die der Ackerbauer und daß erstere in dem Teildes Waldes sich befinden, der ausgedehntes Wiesen- und Weideland vorsich hat, während die Grabhügel der Urnenfelderleute eine kleine,humuslose Bodenwelle krönen, vor der sich sehr fruchtbares Ackerland