leicht unterworfen, dezimiert und kulturell beeinflußt durch eindringendeoder durchwandernde fremde Stämme“. Es ist wohl die schönste undreifste Frucht der Wolffschen langjährigen Studien über die Wetterau, fürdieses Eldorado der Bauern und Viehzüchter zweifelsohne vollkommenrichtig, aber nun nicht auch auf jede beliebige andere weniger fruchtbareGegend übertragbar.
2. In der Festschrift zur Feier des 50jährigen Bestehens des röm.»germ. Centralmuseums zu Mainz (1902) S. 16—46 („Zur Besiedelungs-gesciiichte des rechtsseitigen Rheintals zwischen Basel und Mainz“), wodie betreffenden Bodenurkunden von der Steinzeit ab in ihrer siedelungs-geschichtlichen Bedeutung zusammengestellt sind, habe ich den Nachweisversucht, daß dieser Teil der Rheinebene schon in vorgeschichtlicher Zeitim großen und ganzen dieselbe Trockenheit und Anbaufähigkeit wie heutezeigte und namentlich längs des Gebirgsfußes, des Hochgestades und deralten Wasserläufe ziemlich dicht besiedelt war. An einer größeren An-zahl von Grab- und Wohnstätten konnte ich sogar dartun, daß einzelneTeile der Rheinebene damals trockener als heute waren. Vor allem istdas Bett des längs des Schwarzwald- und Odenwaldfußes früher allgemeinangenommenen Wasserlaufs, des sogen, deutschen Rheins, der nachNäher u. a. zwischen Sandhiigeln stagnierend öfters eine Breite vonmehreren Kilometern erreicht haben soll, nach zahlreichen Funden schondamals bewohnt und weniger feucht als heutzutage gewesen. Durch dieim Mittelalter und später erfolgte umfängliche Entwaldung der Talhängezu Gunsten des Ackerbaus senken sich jetzt die Regen- und Schneewasserviel vollständiger und rascher zu Tal als in den dichten Wäldern.So entstand jene am Gebirgsfuß hinziehende versumpfte Einsenkung, jetztmeist feuchtes Wiesengelände, deren Wasserabfluß" bei dem geringerenGefälle der Ebene und bei der fortwährenden Verschlammung der Bächesehr schwierig ist. Auch die Überschwemmungsgefahr durch Rhein, Neckarund Main war damals geringer als heute, da diese Flüsse noch nicht ein-gedämmt waren, sondern sich in mannigfachen Windungen dahin-schlängelten. Allerdings durchschnitten noch unzählige Altwasser undnicht verlandete Wasserrinnen das damalige Acker- und Weideland undmachten mit ihren angrenzenden Streifen Sumpfwaldes auf die Römereinen schauerlichen Eindruck.
3. Für Baden sind jetzt die Bodenfunde in dem bewunderungs-würdigen Werk von E. Wagner, Fundstätten und Fundeaus vorgeschichtlicher, römischer und alemannisch-fränkischer Zeit (2 Bände, Tübingen 1908 und 1911) vortrefflichaufgezählt und illustriert, wie kaum für ein anderes Land. Als Fortsetzungund Abschluß wäre eine archäologische Karte nach Art der Wolffschenund eine besiedelungsgeschichtliche Darstellung und Zusammenfassungerwünscht 90 ).