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1 (1921) Die vorrömische Zeit
Entstehung
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Handel und Verkehr" 0 ). Ein deutlicher Hinweis, daß der Handel undVerkehr in ruhigere Bahnen und größere Verhältnisse als in der Bronze-zeit eingelenkt ist, hegt in dem fast völligen Fehlen hallstättischer Depot-funde, jener Verstecke hausierender Händler und Erzarbeiter, die in derBronzezeit so häufig waren. Offenbar hat ein geregelter Verkehr zuWagen, Pferd und Schiff unter dem Schutze größerer Verbände jeneängstlichen Vorsichtsmaßregeln unnötig gemacht. Daß aber Handels-ware in Gold und — wenn auch seltener — in Silber, Bronze und Eisen,Glas, Gagat und Bernstein aus griechischen und italischen, keltischen undgermanischen Landen bis in unsere Gegenden in großer Menge strömte,stehen die Grabfunde außer jeden Zweifel. Wenn in der älteren und mitt-leren Hallstattzeit Goldsachen weniger als in der Bronzezeit vertretensind, so hängt dies wohl mit einem Stocken des irländischen und sieben-bürgischen Zuflusses zusammen, ein Stocken, das gegen Ende der Hall-stattzeit durch den italischen und speziell etruskischen Import wieder be-hoben wurde. Form wie Verzierung der Goldsachen mit Mäander-,Hakenkreuz- und anderen Mustern verraten deutlich die südliche Her-kunft, sowie die etwas spätere Masken- und Tierornamentik die keltische.Denselben Weg kamen köstliche Glassachen, Gläser, Perlen, ebenso aberauch Elfenbein- und Korallenschmuck, während der Bernstein in derHauptsache immer noch vom Norden geliefert wurde. Weit übertroffenwird aber diese Einfuhr durch die Unmenge von fremden Bronzegegen-ständen: Waffen und Geräte, Gefäße und Schmucksachen, besondersGürtelbleche und Fibeln, die teils aus den Alpenländern, teils aus Italienstammen, die jüngsten Formen der Paukenfibeln aus Potin und mit„Verzinnung“ aus dem .Juragebiet und Siidgallien.

Über den Eisenhandel ist schon im Vorausgehenden die Rede ge-wesen. Eine bedeutende Rolle spielte jetzt auch der Salzhandel, dem jain Hallstatt selbst alle jene Austauschware des Südens zu verdanken ist.Zahlreiche „Salzstraßen“ sind nach den Zentren der Salzgewinnung wieim Mittelalter zu erkennen. Die Briquettage-Einrichtungen im Seilletal beiMetz waren wie die Salzquellen im Kocher-, Jagst-, fränkischen Saale- undWerratal, vielleicht auch bei Kreuznach, Homburg, Nauheim, bereits inBenutzung, wenn diese auch erst in der La-Tene-Zeit ihren Höhepunkterreichte.

Über die wichtigeren Handelsstraßen wird später die Rede sein.

Das geistige Leben 00 ). Über die religiösen Vorstellungen dieser etwaszu Beschaulichkeit und Selbstgenügsamkeit veranlagten Hallstatt-Menschen sind wir zwar durch die kulturelle Hinterlassenschaft wie dieNachrichten der Schriftsteller über die thrakisch-illyrischen Völker besserals über ihre Vorgänger unterrichtet, doch sind wir noch weit entfernt voneiner bestimmten Kenntnis im einzelnen. In großer Blüte stand vorallem der Sonnenkult (Hyperboräersage!), wie auch manche Geräte und