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Seiten ausbreitete. Hier liegt an einem wundervollen Bergsee im Salz-kammergut das Städtchen Hallstatt, das mit seinen Tausenden von reich-ausgestatteten Gräbern diese Kultur zum erstenmal blitzlichtartig er-leuchtete. Es war ein durch seinen Salzhandel reich gewordenes Em-porium, kein eigentlicher Sitz der Eisen- oder der Bronzeindustrie, ebensowie in den krainischen Orten, wo die Erzgewinnung stattfand, der Bern-steinschmuck in großer Menge auftritt. Der Donau entlang drang dieseHallstattkultur rasch nach dem Rhein vor und setzte sich an den Ortenbesonders fest, wo sie brauchbares Rohmaterial fand, im deutschen undschweizerischen Jura mit seinen Abdachungen, in Burgund und Lothringen.Und den Händlern und Schmieden folgten vielfach starke Heerhaufen mitlangen Bronze- und Eisenschwertern und ließen sich in größeren oderkleineren Gruppen da nieder, wo ihnen das Land besonders gefiel. Eswaren Jäger, Hirten und Viehzüchter, und so faßten sie auf der schwä-bischen Alb, im Bodenseehügelland, in der Oberrheinebene festen Fuß,wo infolge der günstigen Weideverhältnisse noch heute die Viehzucht ingroßer Blüte steht. Auch nach der Nordwestschweiz und nach Frankreichmachten sie Einbrüche und ließen sich dort häuslich nieder.
Das neue Hallstattvolk kam in mehreren Wellen mit ver-schiedenen Stämmen an und vermochte auch nicht überall das alteBronzevolk völlig zu verdrängen, sondern ließ es in manchen Gegendenunbehelligt sitzen, höchstens sich mit ihm mischend. So konnten dieseGebiete ihren alten Charakter noch längere Zeit weiter bewahren, wennsie auch dies und jenes von der neuen Kultur annahmen, so die Pfahlbau-stationen im Bodensee, in der Nordschweiz, auch längs des Ober- undMittelrheingestades, ferner geschlossene Gruppen Alteinheimischer in-mitten der Rheinwaldungen und im Gebirge, schließlich die Kolonien deran die Gebirgsränder und in die nördliche Rheinebene abgedrängtenUrnenfelderleute.
Das germanische W o r t für Eisen geht nach Kossinna auf einillyrisch-keltisches Lehnwort isarnon zurück (Mannus VII, 1915, S. 125)und zeigt, auf welchem Wege die Germanen des Nordens das von ihnenso hochgeschätzte Metall erhalten haben, sowohl durch Händlerware, wiesie der Eisenbarren im Depotfund von Wahren bei Leipzig vor Augenführt, als in unmittelbarer Berührung von ihren keltischen und illyrischenNachbarn am deutschen Mittelgebirge. Alsbald lernten aber auch dieGer m a u e n das Raseneisenerz im Lande sammeln und schmelzen. Eineanschauliche Schilderung, wenn auch für spätere Zeit, gibt uns A. Ped-dinghaus in der Kölnischen Volkszeitung vom 1. Mai 1919: („Dort, wo derMärker Eisen reckt“): „Schon früh, in vorchristlicher Zeit, wurde dasRasenerz, das man an den Berghängen fand, geschmolzen und verarbeitet.Der „Lserselunitt“ zog mit seinem Karren von Gehöft zu Gehöft und ver-fertigte Sensen, Ackergeräte, auch wohl Waffen und Schneidinstrumente.