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1 (1921) Die vorrömische Zeit
Entstehung
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der Düssei durehströmten malerischen Schlucht, dein Neandertal, mehrereHöhlen, die jetzt dem Steinbruchbetriebe zum Opfer gefallen sind. In einerderselben, einer kleineren Grotte, wurde im Jahre 1857 ein menschlichesSkelett erhoben, welches noch erhalten ist, während ein zweites sowie diezahlreichen Tierknochen und wohl auch Werkzeuge aus den größerenHöhlen verloren gingen. Das Skelett bildet jetzt den Stolz des BonnerMuseums, wie der Unterkiefer von Mauer den des Heidelberger. Diefliehende Stirn, die mächtigen Augenbrauenwülste, die großen Augen-höhlen, der vorgeschobene Kiefer ohne Kinnhöcker verleihen auch demNeandertaler Schädel ein so auffallendes Aussehen, daß er lange Zeit alssolcher eines Kranken, Kosaken oder Mongolen galt, bis neuere Funde beiSpy in Belgien, Krapina in Kroatien, Le Moustier-Chapelle in Frankreichsowie vergleichende Untersuchungen durch G. Schwalbe und H. Klaatschihm die richtige Stellung zwischen dem liomo Heidelbergensis und demetwas jüngeren Aurignacien-Menschen zuwiesen :i ). Diese Neandertalrassehatte bereits völlig aufrechten Gang und benützte die Arme frei für denKampf des Lebens, wenn auch der Körperbau mit den stark gebogenenArm- und Schenkelknochen, den kurzen Beinen und dem langen Rumpfnoch nicht das heutige Gleichmaß erreichte. Wie die sorgfältig be-statteten Hocker von La Chapelle-aux-Saints werden auch die Neander-taler Menschenknochen aus Grabfunden herrühren.

Von der Aurignacien-Rasse sind in den Rheinlanden bis jetzt nochkeine namhafteren Überbleibsel beobachtet worden.

Nr. 3. Grabfunde der Magdalenien-Periode von Oberkassel bei Bonn.

Am Hange eines in das rechtsseitige Rheintal vorspringenden Basalt-kegels bei Oberkassel wurden im Jahre 1914 zwei vorzüglich erhalteneSkelette entdeckt, geschützt durch große Steinplatten und umgeben vonrotgefärbtem Lehm 4 ). Als Beigaben wiesen sie ein haarpfeilartiges Glätte-instrument mit geschnitztem Tierkopf und einen kleinen brettchenartigenPferdekopf auf als Schmuck oder Amulett, beide aus hartem Knochen.Während der Schädel der Frau eine edlere Bildung zeigt, erinnert der desMannes noch stark an den Neandertaler. Unter den verschiedenen Rassendes Diluviums hatten also bereits Kreuzungen stattgefunden.

Nr. 4. Wenn auch nicht mehr im Rhein-, sondern im Donaugebietliegend, sei doch die merkwürdige Schädelstätte der Ofnet-Höhle beiNördlingen aus dem Azilien-Tardenoisienstadium kurz erwähnt, die zurMagdalenienzeit als Wohnung von Renntierjägern benutzt wurde n ). Überder Kulturschicht der letzteren Zeit fanden sich in zwei Mulden 27 bzw. bSchädel von Männern, Frauen und Kindern, die letzteren umgeben vonihren Schmuckketten aus Hirscheckzähnen und Muscheln. Es ist also eineStammesgruft, die auf eigenartige Totenverehrung und geschlossene Ver-bände der Lebenden schließen läßt. Die andern Beigaben, kleine, z. 1'.„trianguläre“ Feuersteinmesserchen, eine feinretuschierte Silexspitze,