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1 (1921) Die vorrömische Zeit
Entstehung
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von manchen Forschern für primitive Gebilde des Tertiärmenschen ge-halten werden, können vorderhand im allgemeinen nicht ohne weiteresals Beweismittel gelten, da sich die betreffenden „Schlagmarken“ wenig-stens z. T. auch auf natürliche Pressung oder Einwirkung von Wasser,Hitze, Kälte usw. zurückführen lassen. Allerdings müssen den üeräte-typen der bis jetzt ältesten Kulturschicht in Frankreich (C h e 11 e e n)noch einfachere in der Art jener Edithen vorausgegangen sein. Die Ur-werkzeuge jenes ersten Menschen waren zweifelsohne Naturgegenstände,geeignete Hölzer und Steine, Knochen- und Hornstiicke, Muscheln usw.,denen der „homo sapiens“ allmählich durch geringe Nachhilfe eine Zweck-form zu geben wußte, den Baumästen, Geweih- und Knochenteilen zuWaffen und Geräten, den Geröllsteinen und Flintsplittern zu Schlagwerk-zeugen, Messern, Schabern, Kratzern und Bohrern, ln stratigraphisch ge-sicherter Lage oder mit Überresten des Menschen selbst ist aber, wiegesagt, in den Rheinlanden bis jetzt nichts derartiges aus der späterenTertiärzeit beobachtet worden.

Die in Frankreich, dem klassischen Lande der Paläolithik infolgegünstigeren Klimas, aufeinanderfolgenden Entwicklungsstufen, die nachden Hauptfundorten benannt werden (C h e 11 e e n , Acheuleen,Mousterien, Aurignacien, Solutreen, Magdalenien),oder in Belgien die Vorstufen dazu des Reutelien, Mesvinien,Strepyien usw. lassen sich nur mitVorsichtauf Deutschland übertragen,wo die paläolithische Kultur jünger ist und trotz ihrer Abhängigkeit vonder französichen und belgischen verschiedenartige Lebenszeit und eigeneGestaltungskraft besitzt. Wenn wir in Deutschland von einer Maueren,Ne ändertaler, Taubach-Ehringsdorfer,Ander macherusw. Stufe sprechen, so sind dies zwar deutlich zu scheidende Kultur-kreise, aber die Zusammenhänge der Entwicklung sind, namentlich imVergleich mit der französischen, noch keineswegs klar ermittelt, umsoweniger, da die von Osten kommenden Einflüsse noch sehr im Dunkelnliegen, wie die überraschenden Funde von Predmost in Mähren wiedergemahnen. Auch die Übergänge vom Palaeolithicum (Altsteinzeit) zumMes.olithicum (mittlere Steinzeit) oder in die neolithische Periode(jüngere Steinzeit) bedürfen noch sehr der Aufklärung. Währendman sie in Frankreich nach den Hauptfundstätten Tardenöisien,Campignien, Azilien oder nach den Tierarten Tourassien-A s y 1 i e n (Edelhirschzeit) usw. einteilt, trennt man für Nord-deutschland und Skandinavien die Yoldia-Periode (nach einerarktischen Muschel aus der Eismeerzeit der Ostsee, —- Spät-Magdalenien), die Ancylus- Stufe (nach einer Süßwasser-schnecke aus dem Binnenseestadium der Ostsee = Alilien-Tardenoisien)und die Litorina-Periode (nach einer Brackwassersclmecke ausder Zeit der großen Landsenkungen = Campignien). Außerdem unter-scheidet man nach den Ergebnissen der dänischen Forschung die Mag-